DAS COPYRIGHT ALLE BILDER UNTERLIEGT
“T.R. aka Wortman”
DAS COPYRIGHT DER TEXTE
“R.T. aka Laura G.”
Eine Reise durch die Seele.
Verfasst von wortman am März 21, 2008
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“T.R. aka Wortman”
DAS COPYRIGHT DER TEXTE
“R.T. aka Laura G.”
Veröffentlicht in Fotostory: Reiseworte | Keine Kommentare »
Verfasst von wortman am März 21, 2008

Stell dir vor, du bist einen langen Weg gegangen und kommst hier an diesen Weg: rechts weißt du nicht ob es da einen Weg gibt, die Tür vor dir scheint verschlossen. Der Weg links liegt im Dunkeln und du weißt gar nicht ob es da einen Weg gibt…
Da stellt sich mir die Frage, ob es nicht auch manchmal der richtige Weg ist , wenn man einmal ein kleines Stück zurückgeht…

Sie saß schon lange am Meer und betrachtete diesen Sonnenuntergang - gleich würde die Sonne am Horizont verschwinden, sie würde in diesen Raum zwischen Himmel und Meer eintauchen und einfach weg sein und doch da - so wie Träume manchmal verschwinden oder Erinnerungen, oder manchmal auch Menschen.
Sie tauchen ein in einen Raum in dem wir ihnen nicht folgen können und doch wissen wir sie sind da. So wir wir wissen, dass auch die Sonne immer noch da ist…

Als sie das helle Licht auf dem Weg sah hielt sie inne. Sollte sie weitergehen – konnte sie den Geistern der Dunkelheit entfliehen wenn sie ins Sonnenlicht trat? Oder würde die plötzliche Helligkeit sie so sehr blenden, dass sie den Weg nicht mehr erkannte?
Vielleicht warteten hinter den Büschen in der Sonne ja schon die nächsten Geister - Aber dann sah sie genauer hin, und erkannte, dass nach der Sonne schon die nächste Dunkelheit folgte.

Je länger sie in diesen Horizont sah, umso mehr fühlte sie, dass das Land dahinter gar nicht so weit weg war wie sie dachte. Sie fühlte, dass die Menschen, die den Schritt hinter den Horizont schon gegangen sind, gar nicht so weit weg waren, dass sie fast die liebe Hand noch fühlen konnte die sie einst gehalten hatte…
Er sagte zu ihr: die Melodie die du dir so sehr ersehnst, die, die dich hinter den Horizont führt, kann ich dir nicht schenken, auch nicht vorspielen. Und so schenkte er ihr Melodien die sie ins Leben zurückbrachten. Er reichte ihr seine Hand, damit sie sich daran festhalten konnte um nicht zu fallen…. Bis eines Tages diese eine Melodie für ihn selber erklang und niemand sie mehr stoppen konnte, keine Hand ihn halten konnte, weil die Melodie die ihn hinter den Horizont führte, stärker war als alles andere…

Dort unten im See, tief unter dem Eis versteckt, liegen sie verborgen: Die roten Tränen die sie einst weinte. Viele Jahre haben sie diese Tränen begleitet. Zu viele, aber das begriff sie erst später… viel später. Fast zu spät?
Nein, nicht zu spät.
Noch gerade rechtzeitig. Viele würden sagen, so kurz bevor die Uhr das letzte mal schlägt, hat sie gesehen, dass das Eis, ihre Tränen gefangen hat, aber nur ihre roten Tränen. Sie begriff, dass nach dem Winter ein Frühling folgen wird. Das eine Sonne kommt, die aus dem Eis viele Tropfen zaubern wird. Viele kleine klare Wassertropfen die sich mit den roten Tränen dort im Wasser mischen werden, die die roten tränen verzaubern, verwandeln, - nein - nicht auflösen nur verwandeln.
Aber so sehr würde die Sonne scheinen, so viele klare Tropfen würde das Eis hervorbringen… wenn es erst einmal angefangen hat zu schmelzen, dass sie die roten Tränen irgendwann nur noch erahnen würde. So wie sie auch nur noch winzige Spuren im Wasser hinterlassen werden wenn….
ja wenn die Wärme sie berührt und ihr Eis zum schmelzen bringt….

Irgendwann fing der Baum an um sich selbst zu wachsen - so wie wir Menschen und all zu oft um uns selber drehen - so wie sich unser Leben oft im Kreis dreht. So fing dieser Baum an um sich selbst du wachsen, sich um sich selber zu drehen - bis er alt wurde, so alt, dass seine Rinde Risse bekam - seine Äste abfielen oder verdorrten und kaum noch Blätter trugen. So steht er jetzt - mitten auf dem Weg - vielleicht als Zeichen für uns - damit wir Menschen vor ihm stehen bleiben - vor uns stehen bleiben und nachdenken …… nicht immer ist es gut sich im Kreis zu drehen…

Finsternis
Erst wenn ein Mensch
seinen Flug beendet
und
seine Flügel verloren hat,
würd er wissen
er ist zurückgekehrt
in das Reich der Finsternis,
aus dem er einst entsprang.
Und wenn er dann dort ist
an seinem Ursprung
im finsteren Reich
wird er wissen
ob seine Flügel
stark genug waren
und wird entlohnt
für die Tränen und Schmerzen
für die Kälte
und die einsame Dunkelheit
Und die Finsternis
wird sich wie ein wärmender Mantel
über ihn legen
und endlich
wird er Ruhe finden.

augen der angst
sie schauen in ein nirgendwo der leere,
sie sehen den horizont weit entfernt und doch so nah -
sie sehen ein tränenmeer ungeweinte, blutige tränen -
sie suchen in der ferne nach augen
in denen sie wärme entdecken - keine härte, keinen zorn.
sie wollen weinen doch sie bleiben verschlossen,
die tränen bleiben zurück hinter einer tür -
gezimmert aus verboten, aus geschrieen worten,
sie schauen angstvoll in die tiefen der dunklen seele in der der druck wächst.
DESHALB
see me
schau mich an,
schau ich wache über alle
ich schlafe nicht
ich pass auch auf dich auf
schau
in mein gesicht
schau
in meine augen
kannst du die tränen sehen?
die tränen
die
du
so oft
versucht hast
zu verstecken.
schau mich an
ich
weine sie
für
dich
für dich
und für all die anderen
die blutige tränen haben
blutig
sind sie
auch
meine tränen
weil ich einen von euch
verloren habe
weil ich die eine
nicht wieder finde
so
wie sie sich selbst
nicht finden kann
blutig sind sie
meine tränen
weil so vielen von euch
weh getan wurde
blutige tränen
weil ich
deinen schmerz
mit dir trage
mit dir fühle.
gib sie mir
deine tränen,
die du
nicht
weinen kannst
ich
werde sie
für dich
weinen
du fragst
wer ich bin ?
höre in dich hinein
und du wirst
es erkennen?

Manchmal ergeht es den Menschen, doch wie diesem Baum hier. Wir sind verwurzelt an einer Stelle, können nicht weg so sehr wir uns auch abmühen, so sehr wir es uns wünschen. Wir sind gefangen an der Stelle wo wir unsere Wuzeln haben. Wir können uns noch so sehr abstrampeln, noch so sehr hoffen, das äußere Umstände unsere Wurzeln so sehr frei legen, dass wir es endlich schaffen diesem Ort zu entfliehen. Es ist zwecklos….
Und irgendwann, vielleicht nach Jahren, liegt unser Innerstes so frei wie die Wurzeln von diesem Baum. Ungeschützt, für jeden sichtbar! Aber nur wenige schauen sie an - noch wenigere schauen wirklich hin , die meisten laufen einfach drum herum, einige werde vielleicht darauf herumtreten… und der Mensch bleibt, so wie dieser Baum gefangen, verwurzelt.
Ein schweres Los? Ich weiß nicht, denn wenn man den Baum entwurzeln würde, ihm seine “Freiheit” geben würde, würde er vertrocknen und sterben…

Wenn ich ihn so betrachte frage ich mich wer wohl diesen Kaffee getrunken hat:
- war es jemand der schnell zwischen zwei Zügen hin und herraste, zwischen zwei Terminen und im Vorbeilaufen schnell einen Kaffee trank ohne ihn wirklich zu schmecken, ohne wirklich inne zuhalten - sondern hastend mit dem Handy in der einen Hand und dem nicht ausgeschalteten Laptop unter dem Arm… immer in Eile um nur nichts Wichtiges zu verpassen….
- oder war es jemand der ruhelos im nüchternen angsteinflössenden Flur eines Krankenhauses rauf und runter lief - in banger Vorahnung oder bangen Wartens - in Sorge um einen lieben Menschen. Auch dieser Mensch wird wohl kaum gemerkt haben was er aus diesem Becher trank….
- vielleicht war es aber auch eine junge Frau oder ein junger Mann, die/der sehnsuchtsvoll auf seine große Liebe wartet und viel zu früh am vereinbarten Treffpunkt ist - und den Kaffee voller Ungeduld trank voller freudiger Erwartung….
- vielleicht war es auch einfach jemand der sich während der Arbeit einen Pause gönnte, zum Automaten lief und sich einen heißen Kaffee zog und ihn mit fast einem Schluck leer trank und sich danach wieder gestärkt fühlte weiterzuarbeiten….
- noch unzähligste Möglichkeiten könnten mir hier wohl zu diesem Becher einfallen, aber letztendlich ist es doch nur ein einfacher leerer Automatenbecher.

Sie schaute so oft in den Himmel, und heute, nach so langer Zeit, sah sie es - das Tor in diese andere Welt, das Tor, das die Menschen hinter den Horizont führt. Warm und hell strahlte ihr das Licht entgegen, und wieder einmal wurde ihre Sehnsucht nach diesem Ort wach, sie fühlte die Geborgenheit, die Liebe die sie in diesem Licht erwarten würde. Sie zweifelte ob sie sich der Sehnsucht, dem Rausch des Lichtes hingeben sollte - oder umkehren.
Und als sie sich gerade abwenden wollte sah sie es. Sie traute erst ihren Augen nicht, schaute genauer hin und doch sie hatte es richtig erkannt - noch ein klein wenig war die Schwanzflosse eines Delfins zu sehen der gerade an dem Tor vorbei glitt und hinter den Wolken verschwand.
Und wieder fühlte sie die Wärme und Geborgenheit… und konnte sich beruhigt umdrehen und zurückgehen - Sie wusste noch war es nicht soweit, noch durfte/konnte sie nicht durch dieses Tor gelangen.

Hey du, du Wanderer des Lebens, komm und setz’ dich ein wenig hier an den Fluss. - Nein, nicht hier vorne auf die Steine wo du nur sehen kannst wie das Wasser von dir fort fließt. Setzte dich hinten auf die Steine, dort wo du den Fluss mit all seiner Kraft und Schönheit auf dich zukommen siehst. - Schau ihn dir an, den Fluss des Lebens, und verweile hier, schließe die Augen und halte inne. Und dann überlege: Ob du, wenn du wieder in den Fluss eintrittst in die Richtung gehst wo du mit dem Wasser mitschwimmst, dich treiben lassen kannst ohne viel Anstrengung oder ob du die Richtung wechselst, vielleicht nicht für immer aber für eine gewisse Zeit und gegen den Strom schwimmst.
Zu schwer! - wirst du jetzt vielleicht denken. Oder zu viele Gefahren! Und doch glaube ich es lohnt sich, du wirst langsamer gehen, als wenn du dich mit dem Wasser treiben lässt. Es wird beschwerlicher weil du gegen viel Widerstand kämpfen musst. Gegen die vielen Massen die mit dem Strom schwimmen. Aber ich rate dir - versuche es. Und wenn du einen kleinen Abschnitt geschafft hast kannst du wieder auf einem Stein innehalten und verweilen und in dich hineinhören - mit welchem Weg du dich besser fühlst und wieder neu entscheiden…. Aber eins wirst du sicher wissen - du hast es geschafft . dieses Stückchen… und kannst erneut eintauchen in den Fluss des Lebens.

Unscheinbar? Nein! Nur auf den ersten Blick. Für den der nicht wirklich sehen kann, für den der nicht genau hinsieht. Der der sieht - genau hinsieht - vielleicht auch mal hinter das Äußere sieht - der kann sie sehen. Die kleinen leisen Spuren im Sand, die das leise Meer dort hinterlassen hat. Das sanfte stille Meer. Fast unsichtbar zeichnen sie sich in den Sand. Ist es nicht auch manchmal bei uns so , in unserem Leben? Sind es nicht manchmal die kleinen Dinge, die kleinen Spuren die ein Mensch, ein Freund in uns hinterlässt , die, die uns so oft weiterhelfen? Ein kleines Lächeln, ein liebes Wort, eine kleine SMS, eine Mail. Ist es nicht manchmal genau das Kleine was uns sagt: “Hey Du, Du bist nicht allein - da ist jemand wo auch immer der denkt gerade an dich.”
Sind es nicht manchmal genau diese kleinen, für viele so unscheinbare Dinge die so viel helfen?
Und wenn ich darüber nachdenke, frage ich mich ob es immer nur die großen Dinge sein müssen, von denen viele denken, dass nur sie so viel verändern können. Nein. Es sind die tausend und abertausend kleine Dinge die etwas in uns bewirken, und wenn mir dass bewusst wird, werde ich demütig leise und bin unendlich dankbar für jedes kleine Lächeln, für jedes liebe Wort für jede noch so kleine SMS oder Mail, die ich geben durfte und für die vielen Kleinigkeiten die ich empfangen durfte.

Manchmal wenn das Leben mal wieder viel zu schnell und zu laut ist, wenn es von mir Dinge verlangt die ich nicht oder noch nicht zu geben bereit war – oder einfach nur wenn ich fühle, dass das Schicksal mal wieder über mich lacht und mir mein Leben zur Last machen möchte, dann wünsche ich mir einen solchen Baum. Eine Trauerweide.
Weil sie ihre Äste und Zweige hängen lassen darf, ohne dass ihre innere Stimme zu ihr sagt: “Hey du, Augen zu und durch, lass dich nicht hängen!“ Aber nicht nur deswegen, auch weil ich für die Momente wo das Leben wirklich zu schwer wird unter der Trauerweide, wie unter keinem anderen Baum, Schutz suchen könnte. Einfach auf einen Ast setzen und ein wenig im Schatten des großen Baumes ausruhen. Von niemandem gesehen werden und doch noch das Treiben und Leben „draußen“ vor dem Blättervorhang sehen können. Sich ein wenig verstecken und doch nicht ganz verschwunden sein… ja ich glaube das könnte ich unter diesem Baum.

Viel zu lange hatte sie auf der dunklen Seite des Lebens gelebt. Oft war sie sich wie in einer dunklen Höhle vorgekommen. Manchmal hatte sie sich vorgestellt wie es wäre, wenn das Helle, das Licht, auf einmal wieder da wäre. Aber nach all der dunklen Zeit konnte sie sich kaum vorstellen wie es ist wenn auf einmal der grelle Sonnenschein in ihre Höhle treffen würde. Würde es nicht weh tun in den Augen, müsste sie nicht wieder die Augen verschließen weil das grelle Licht sie blenden würde? So sanft und behutsam wie hier, müsste das Licht in die Dunkelheit kommen, langsam und warm, ohne dass es einen wieder ängstlich werden lässt.
Ganz langsam Zentimeter um Zentimeter, würde es über die Dunkelheit kommen, ganz behutsam zu ihr in ihre dunkle Höhle, ganz so als würde es sagen wollen: “Schau ich bin nicht gefährlich, ich komme ganz sanft zu dir, damit du dich nicht erschreckst. Gewöhne dich erst an mich dann werde ich in meiner ganzen Schönheit strahlen - und dann wirst du auch bereit sein mit mir aus deiner dunklen Höhle zu kommen um wieder auf der hellen Seite zu leben.”

Wie trügerisch doch dieser Bach hier wirkt. Hat er sich mit seiner grünen Oberfläche getarnt, oder versteckt. So wie auch wir Menschen uns manchmal hinter einer Maske verstecken oder tarnen. Damit niemand erkennt wie es unter dieser Oberfläche aussieht. Damit wir niemanden an uns ranlassen. Möchte dass dieser Fluss mit dem grünen Wasser bewirken? Soll niemand sehen wie es in ihm aussieht. Oder möchte er uns nur täuschen? Uns vorgaukeln er wäre ein Weg?
Damit wir uns einen Moment lang sicher fühlen und denken wir könnten gefahrlos auf ihm gehen. So wie auch leider viele Menschen nur allzu trügerisch sind. Die „falschen Freunde“ zum Beispiel die uns ihre Hand anbieten in Zeiten in denen es uns gut geht. Die sie dann aber auch schnell wieder wegziehen wenn es uns schlecht geht und wir sie ergreifen wollen. Oder die die uns ihre Hand anbieten, und keine Geduld haben bis der andere bereit ist sie zu ergreifen.

Was mag diese Frau wohl auf den Grabstein schreiben? Obwohl es wenig von einem Grabstein hat. Eher ein Obelisk. Und schon schleicht sich die nächste Frage in meine Gedanken: Wer schmückt ein Grab mit einem solch großen Obelisken? Oder für wen wurde das Grab so geschmückt?
Und beide Fragen verwischen wie in einem Nebel zusammen. Wer mag dort liegen? Für wen schreibt diese Frau ihre Worte in den Stein.
Ist es ein letzter Gruß, ein Abschied, der zu Lebzeiten nicht mehr möglich war?
Ist es eine letzte Bitte an den Menschen der dort liegt? Um Verzeihung, um Verständnis um Gnade?
Oder ist es ein Gebet für diesen Menschen. Eine Bitte an einer höheren Macht, dass dieser Mensch nun geborgen sein mag in ihr?
Viele letzte Grüße und Worte finden wir auf Friedhöfen. Doch wenn ich die Gräber sehe, die Worte auf den Grabsteinen oder den Kränzen lese, drängt sich mir die Frage auf: Wo stehen die vielen unausgesprochenen Worte? Die, die wir nicht sagen dürfen? Weil es sich nicht gehört? Weil sie zugegebener Maßen vielleicht auch pietätlos wären? Oder einfach nur weil sie die Wahrheit sagen würden?
Vielleicht schreibt die Frau auch diese Gedanken in den Stein. Warum? Nein, nicht warum bist du von uns gegangen? Eher ein warum warst du so zu mir wie du warst. Warum hast du mich nicht geliebt, so wie ich dich geliebt habe. Warum habe ich dir nie genügt?
Aber solche Fragen werden wir nie auf den Gräbern finden…

Zerrissen die Wolken - so wie sich meine Seele manchmal anfühlt. Von Dunkelheit umgeben - fühlt sich sich manchmal einfach “falsch” an - wenn der Schmerz die Seele durchdringt so wie der Himmel hier diese Wolken wünschte ich mir- manchmal auch so ein Licht fühlen zu können - zu dürfen.
Ein Licht das mir den Weg zeigt - oder auch nur die Wärme des Lichtes fühlen dürfen - damit ich ahne, dass auch eine zerrissene Seele noch einmal heilen kann.

Ist dieser Wald nicht so wie wir Menschen? Einige Bäume wachsen ohne viel Mühe gerade in den Himmel, weil das Licht es gut mit ihnen meinte. Sie haben einen starken Stamm und sind sicher auch fest verwurzelt. Andere Bäume hingegen haben einen kleinen, dünnen Stamm, und dennoch sind sie hoch gewachsen, vielleicht nicht ganz so gerade, vielleicht mussten sie auf “Umwegen” wachsen, aber dennoch scheint es als reichen sie in den Himmel hinein. Einige Bäume hatten nicht so viel Glück. Sie sind umgefallen, vielleicht weil sie dem Sturm nicht standhalten konnten. Vielleicht weil ihre Wurzeln zu schwach waren, vielleicht aber auch weil sie auf zu vielen Umwegen wachsen mussten und so all ihre Kraft verloren die sie gebraucht hätten um der Stärke der Windes standzuhalten. Vielleicht hätte man sie retten können wenn jemand dagewesen wäre der sie früh genug erkannt hätte, gesehen hätte, dass sie jemanden brauchen der sie stützt, oder sie ein wenig auf dem Weg begleitet, damit sie nicht mehr zu viele Umwege brauchen. Vielleicht hätte der Baum so seine Wurzeln wieder stärken können?
Aber eben nur vielleicht. Und vielleicht - ja vielleicht ist es bei uns Menschen ja genauso wie bei den Bäumen in diesem Wald. Aber eben auch nur vielleicht.

Falsche Farben? Ja – und gerade deshalb wirkt der Wald ganz anders auf mich. Gespenstisch, geheimnisvoll, aber auch neu und anders. Möchte ich das nicht auch manchmal mit meinen Gefühlen, meinem Leben machen? Es anders anmalen, in anderen Farben. In falschen Farben? Aber wer sagt mir, welche Farbe die richtige für mein Leben ist. Ist es nicht auch mal schön sich vorzustellen wie alles wäre, wenn es eben ganz anders wäre? Die Bäume hell und fast durchsichtig, so, dass sie das Dunkel viel mehr erhellen als jeder Baum es in seiner realen Farbe könnte. Ein Traum gewiss. Falsche Farben – aber manchmal sind es genau solche Träume, solche Gedanken – wie es wohl wäre, wenn alles ganz anders wäre, - die uns helfen durchzuatmen, anzuhalten und dann wieder in die Welt einzutreten, in die mit den „richtigen?“ Farben.

Reich mir die Hand. Wem mag diese Geste gelten? Für wen wird diese Hand ausgestreckt. Für den Menschen der hier an diesem Ort seine letzte Ruhe gefunden hat? Dann würde die Hand wohl bedeuten, komm ich begleite dich auf deiner letzten Reise, damit du sicher dort hinter der Welt, hinter dem Horizont ankommst. Ich befreie dich von deinen Sorgen, deinen Ängsten, deinen Schmerzen und deinem Leid und führe dich an einen Ort wo du für all dies entschädigst wirst. Oder mag sie den Menschen gelten, die hier trauern. Soll sie ihnen sagen, ihr seid nicht allein. Nehmt meine Hand und fühlt euch getragen in eurer Trauer. Haltet euch an mir fest, damit ihr den Menschen der hier begraben liegt loslassen könnt. Aber vielleicht gilt sie allen Menschen, und möchte einfach nur sagen, schaut nur richtig hin, und ihr werdet sie sehen die Hand die euch entgegengestreckt wird. Ihr müsst sie nur annehmen und ein wenig festhalten. Damit sie euch begleiten und führen kann.

Wie in einem Traum, so ein Zauberwald, wenn die Farben sich magisch umkehren. Wenn alles auf einmal durch einen Gedanken oder eine Geste einfach anders wäre. Wer wünscht sich das nicht manchmal, einfach so. Wenn das Leben in den realen Farben zu wirr und zu durcheinander ist, oder einfach nur zu schwer. Und doch würde es ein Traum bleiben, weil die Farben nicht echt sind. Weil sie wie ein falscher Spiegel uns etwas vormachen wollen. Eine Welt wie sie nicht ist. Eine Welt, die am Morgen wenn sie erwacht, wenn die Sonne die Nacht verscheucht hat, wieder ihre alten Farben annimmt , und der Traum in der Morgensonne zerplatzt wie eine Seifenblase. Weil sich der Zauberwald im ersten Morgennebel auflöst und mit dem Nebel weiter zieht.

Zugefroren - So kommen mir auch oft die Menschen vor. Aber sind es die Menschen die so kalt und zugefroren scheinen? Sind es nicht eher ihre Seelen und Herzen? Wenn ich diese Kälte, dieses Eis fühle frage ich mich oft warum. Warum begegnen sich Menschen manchmal mit dieser Kälte? Warum begegnen sie anderen Menschen so? Es gibt viele Gründe dafür, Gründe die jeder kennt, Gefühle die jeder schon einmal hatte. Und doch gibt es Menschen die diese Kälte umwandeln in Wärme und Geborgenheit und eben die, deren Herzen zugefroren bleiben. Dann frage ich mich manchmal, voller Wehmut und Traurigkeit ob diese Menschen denn nicht wissen, wie viel reicher die Welt wäre, wenn jeder Mensch nur ein klein wenig beginnen würde diese Kälte in Liebe zu verwandeln.

Ich stehe auf dem Weg – sehe im letzten Moment noch die vielen Äste die mir den Weg versperren. Wie Arme denke ich. Aber was wollen sie mir sagen? – Wie kann ich weiter meinen Weg gehen? Eine Axt nehmen und sie abschlagen? Ziemlich gewalttätig – denk ich mir. Drum herum gehen? Kaum möglich, und außerdem müsste ich dann meinen Weg verlassen. Mich auf den Bauch legen und kriechen? Nein ich glaube das möchte ich nicht.
So stehe ich und überlege. Und auf einmal weiß ich was mir die Äste sagen wollen. Nicht kriechen, nicht schlagen und keinen Umweg gehen – Nein das alles nicht. Ich muss mich nur ein wenig beugen, in Ehrfurcht oder in Demut vor der Natur, vor den anderen Menschen und schon werden mich die Äste nicht mehr aufhalten mich nicht mehr behindern und ich kann weiter meinen Weg gehen.

Der Weg ins Ungewisse. Wie oft gehen wir Wege von denen wir nicht wissen wo sie uns hinführen – wo wir hingelangen? Wie oft stehen wir am Anfang einer solchen Brücke, zweifelnd ob wir sie überqueren sollen oder nicht doch lieber umkehren? Wie oft fragen wir uns, wenn wir auf der Mitte dieser Brücke stehen ob der Weg ins Ungewisse der richtige war? Jetzt da wir das Dunkel am Ende der Brücke erkennen? Aber wie oft übersehen wir auch die kleinen Lichtpunkte die sich nicht von der Dunkelheit verschlingen lassen? Oder wie oft renne wir auch über eine solche Brücke einfach nichts sehend oder die Dunkelheit übersehend in unser Unglück hinein. Oder doch sehend und nur nicht wahr haben wollen? Aber wie oft wagen wir auch einen neuen Weg nicht, weil er eben ins Ungewisse führt, weil die Zukunft noch im Dunklen liegt? – Und nehmen uns so die Möglichkeit in einem Zauberwald voller Schönheit anzukommen. Bei all den Fragen muss ich lächeln, denn jeder Morgen der anbricht ist ein, verspricht ein Tag ins Ungewisse zu werden, wir könne planen und kalkulieren, alles versuchen zu bedenken und doch spielt uns die Welt oder das Schicksal oft einen Streich und alles bleibt ungewiss – so wie der Weg über diese Brücke. Dann können wir noch oftmals fragen „wie oft ?“
[WIRD FORTGESETZT]
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