Verfasst von Wortman am 6. Juli 2009
Was bisher geschah…
Langsam ging er nach oben, immer auf ein Geräusch horchend. Doch alles blieb still. Die Steintreppe machte einen kleinen Bogen und er sah vorsichtig um die Ecke. Ein weiterer Altarraum lag vor ihm. Wieder war kein Mensch zu sehen.
Links bemerkte er eine alte Holztreppe, die wohl zur Empore hoch führte. Torsten entschloss sich, diese zuerst zu erkunden. Es war die letzte Möglichkeit, wo sich hier jemand aufhalten könnte. Die Stufen knarrten unter seinen Schritten. Auch hier oben war keine Menschenseele.
Die Klappe zum Dachboden war mit einem Schloss gesichert, dort konnte also ebenfalls niemand sein. Er lehnte sich an das Geländer und blickte hinunter in den Altarraum. Ein paar Holzbänke, ein einfacher Altar mit zwei Kerzen, in der Mitte ein Heiligenbild.
Wie war das möglich? Wer hat mir diesen Brief zugeworfen? Hier ist niemand außer mir.
Fischer machte sich wieder auf den Weg nach unten.
Den Brief steckte er ein und verließ diese seltsame Kirche.
Morgen wollte er versuchen, an die Dorfchronik zu kommen. Wenn es etwas über dieses Gebäude zu lesen gab, musste es dort drin stehen.
Er schlief in dieser Nacht sehr unruhig. Die Kirche erschien ihm im Traum. Dann verblasste sie und machte einer anderen Szene Platz.
Gestalten mit Fackeln liefen durch ein Feld. Sie schienen etwas zu suchen und die verbissenen Gesichter ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie erst aufhören würden, wenn sie ihr Ziel erreicht hatten.
„Da!“, schrie einer der Männer und zeigte nach links auf eine kleine Baumgruppe. Eine weiße Gestalt, fast wie ein Schemen, verschwand gerade zwischen den Bäumen.
„Mir nach“, rief ein anderer und die Männer beschleunigten ihre Schritte. Als sie die Baumgruppe erreichten, stand plötzlich eine vermummte Gestalt mit drohend erhobenen Händen vor ihnen. Die Verfolger erstarrten.
Da ertönte eine donnernde Stimme.
„Wie flüchtiger Rauch verweht, wie Wachs vor dem Feuer zerfließt, so vergehen die Frevler vor Gottes Antlitz.“
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Verfasst von Wortman am 20. Juni 2009
Bild/Bearbeitung: T.R. aka Wortman
Text: T. R.
Lektorat: S. F.
ARBEITSTITEL
„Die geheimnisvolle Kirche“

Das kleine Dorf war umgeben von Wiesen, Wald und Hopfenfeldern. Ruhig und beschaulich wirkte es für den vorbei kommenden Wanderer. Am Rande des Dorfes stand ein Turm. Rechteckig, mit einem Fenster in jedem Stockwerk und einem kleinen Vorbau mit einer uralten Eichentür. Wer genau hin sah konnte erkennen, dass der Turm noch eine weiteres Stockwerk besessen haben musste. Dort war jetzt ein kleines Giebeldach.
Seltsam reagierten die Bewohner des Dorfes, wenn man sie auf diesen Turm ansprach. Es sei eine Kirche, bekam der Fragende zu hören, aber warum das obere Geschoss fehlte, konnte oder wollte niemand beantworten. Im ersten Stock waren noch die Umrisse einer Tür sichtbar, die offenbar von außen zugemauert worden war.
*
Torsten Fischer nannte sich selbst Legendenjäger. Sein Hobby war es, alten Erzählungen, Sagen und Legenden nachzuspüren und um greifbare Beweise für deren Wahrheitsgehalt zu finden. Stets bewaffnet mit seiner Kamera hatte er schon viele seltsame Geschichten in Deutschland untersucht.
In einem Wanderführer sah er das Bild einer Kirche, das ihn faszinierte. Ein befreundeter Priester, von dem er sich nähere Informationen über dieses Bauwerk erhoffte, konnte ihm lediglich sagen, dass diese Kirche ausschließlich am Sonntagmorgen geöffnet sei. Da er sich den Turm erst einmal von außen ansehen wollte, machte er sich an einem sonnigen Freitag auf den Weg. Er fühlte deutlich, dass das Gebäude ein Geheimnis barg.
Es war später Nachmittag, als Fischer den Turm erreichte. Friedlich und unscheinbar stand er dort auf einem kleinen Hügel. Das Dorf wirkte wie ausgestorben. Während er das Mauerwerk betrachtete, hörte er ein Geräusch. Es klang fast wie das Quietschen ungeölter Scharniere, nur war es sehr leise. Neugierig lief er die wenigen Stufen zum Vorbau hinauf. Als sein Blick auf die alte Eichentür fiel, sah er, dass sie einen Spalt breit offen war. Vorsichtig näherte er sich der Tür.
Hatte der Priester nicht gesagt, dass die Kirche bis auf Sonntagmorgen immer verschlossen sei, ging es ihm durch den Kopf.
Fischer öffnete langsam die Tür. „Hallo? Ist da wer?“
Keine Antwort.
Was ihm als Erstes auffiel, war die enorme Dicke der Mauern. Nach seiner Schätzung waren es an die zwei Meter, sehr ungewöhnlich für eine kleine Dorfkirche. Er stand vor einer alten Holztreppe, die in das obere Stockwerk führte. Direkt daneben war ein kleiner Kirchenraum mit einem schlichten Altar. Auf beiden Seiten des Altars waren schwere Eisenringe an der Wand befestigt. In einer Kirche? Sie passten aber zu der bedrohlichen Atmosphäre in diesem merkwürdigen Gotteshaus. Als er sich die Ringe näher ansah, glaubte er im Augenwinkel eine Bewegung wahrzunehmen. Schnell drehte er sich um, doch es war niemand zu sehen. In diesem Moment landete ein Stück Papier vor seinen Füßen. Er hob es auf.
Wo kam es her?
Er sah sich in dem kleinen Raum um, da fiel sein Blick auf den Durchgang am oberen Ende der Treppe. Dort musste jemand sein.
Er sah sich an, was er da in der Hand hielt. Es war ein gefaltetes Stück Papier mit einem Wachssiegel. Vorsichtig brach er das Siegel auf und entfaltete das Schriftstück.
BITTE HELFEN SIE MIR stand dort mit Tinte geschrieben.
Machte sich hier jemand einen schlechten Scherz oder war er einem echten Geheimnis auf der Spur?
Er legte den Brief auf eine der Bänke und stieg mit klopfendem Herzen langsam die Holztreppe hinauf.
Hinter dem Durchgang führte eine alte Steintreppe weiter nach oben.
„Sind Sie da oben? Kommen Sie her, ich tue Ihnen doch nichts“, rief er leise.
Stille. Kein Laut war zu hören. Ein Gefühl von Unbehagen machte sich in ihm breit als er die ausgetretenen Stufen der Steintreppe betrat…
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Verfasst von Wortman am 16. Mai 2009
Heute bin ich irgendwie in Schreiblaune. Andauernd fällt mir was ein, was ich noch schreiben könnte.
Inzwischen haben sich ganze fünf Begriffe in meinem Kopf eingenistet. Da muss ich drüber nachdenken. Mal schauen, was sich daraus alles machen lässt bzw. wie man es benutzen kann.
1. Hügel der vier Seen
2. Blutburg
3. Mauer der Toten
4. Flussland
5. Grotte der Einsamkeit
Alles ein wenig düster… aber ich bin ja eh kein Fan von zu viel Happy-End-Getummel.
Also: Wenn jemand kreative Ideen hat… darf er/sie gerne das Projekt mitgestalten.
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Verfasst von Wortman am 22. Februar 2009
Wenn man aufräumt, weil ein Umzug ansteht, fallen einem alte Sachen wieder in die Hände. So geschehen mit den Unterlagen zu einem VHS-Kurs, den ich vor vielen Jahren zusammen mit jemand anderen entwickelt hatte.
Dieser Kurs wurde auch an der VHS angenommen und von uns durchgeführt. Das war 1999/2000. Die 37 DM Stundenlohn als Dozent waren ein schöner Nebenverdienst.
Die Unterlagen sind nicht mehr ganz vollständig und so überlege ich, ihn aufzuarbeiten und vielleicht als Online-Kurs einzusetzen. Der würde aber auf diesem Blog zu finden sein.
Von der Idee zur Geschichte
Lektion1: Die Idee (Der Titel)
Lektion 2: Die Schauplätze
Lektion 3: Die Charaktere
Lektion 4: Das Konzept
Lektion 5: Umsetzen der Idee ins geschriebene Wort
Lektion 6: Dialoge
Lektion 7: Überarbeiten
©1999/2000 T.R. / S. S.
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