Meine Short-Cuts
Gefangen
Da war es wieder. Wie er es haßte. Es, dieses leichte Vibrieren unter seinen Füßen. Jedesmal, wenn diese Vibrationen verstummten, dauerte es wieder nur Sekunden, bis etwas Metallisches in ihn eindrang. Manchmal auch sehr schnell hintereinander.
Dann wurde ihm wieder einmal bewußt, daß er wohl ewig gefangen war.
Wieder einmal versuchte er, was er für seine Beine hielt, in Bewegung zu setzen. Doch sie rührten sich nicht. Wie gerne würde er fortlaufen. Irgendwohin, wo es ruhig, friedvoll und schön war. Wo er nicht mehr mit diesen metallenen Dingern malträtiert wurde. Wo er ganz er selbst sein konnte.
Seine Augen. Jeder Versuch, etwas zu sehen, endete mit der Erkenntnis, wieder einmal nur seltsame, kleine bunte Bilder wahrzunehmen, die sie mochten. Sie, die ihm wieder einmal dieses Metall in seinen Körper steckten.
Er wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen. Die Vibrationen waren verstummt. Schon spürte er das Metall, wie es eindrang, langsam, dann immer schneller werdend, in seinem Körper nach unten rutschte. Dann durchdrang ihn der Schmerz eines Schlages. Er versuchte sich zurückzuhalten. Doch so sehr er sich auch bemühte, es hatte keinen Erfolg. Er mußte etwas aus seinem Inneren preisgeben. Es wurde ihm sofort weggenommen.
Das Vibrieren unter seinen Füßen entfernte sich wieder. Die Ruhe kehrte zurück. Eine trügerische Ruhe. Denn jederzeit konnten sie zurückkommen. Er träumte wieder von einem Ort, wo es friedvoll war.
Irgendwann werde ich auch dort sein!
Dieser Gedanke war es, der ihn all diese Qualen erdulden ließ.
Wer sagt, daß ein Zigarettenautomat keine Seele hat?
© 2001 by T.R. aka Wortman
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Ein Morgen
Ein Morgen. Dichter Nebel lag über der Ebene. Hin und wieder tauchten Schemen im Nebel auf. Sie liefen oder krabbelten ziellos umher. Manchmal hörte man von irgendwo Schmerzensschreie.
Einer lag da, spürte seine Beine kaum. Er versuchte etwas in dem Nebel zu erkennen. Ein Schemen tauchte auf.
„Hier bin ich! Hilf mir!“
Etwas blitzte auf. Ungläubig starrte er auf die Lanze, die plötzlich und ohne Vorwarnung in seiner Brust steckte. Dann wurde es dunkel.
Ein Anderer hörte metallenen Lärm aus der Ferne. Schwerter schlugen aufeinander. Er schaffte es, auf die Knie zu kommen. Langsam krabbelte er los, den Lärm der Schwerter hinter sich lassend. Dann kam Bewegung in den Nebel. Schnell versuchte er sich aufzurichten. Der Morgenstern traf ihn von links.
Ein Morgen. Der Nebel lichtete sich langsam. Der Soldat stützte sich auf sein Schwert. Hufgetrappel kam von rechts. Er sah wehende Umhänge.
„Hoch lebe Lord Duncan!“, rief er.
Das Sirren vieler Pfeile erfüllte die Luft. Lord Duncan’s Reiter hatten keine roten Umhänge.
Der Mann zog sich den Pfeil aus dem Bein. Das Blut färbte seine Hose rot. Ein Kamerad half ihm hoch. Gemeinsam liefen sie los, der Kampflärm hinter ihnen interessierte sie nicht mehr. Sie erreichten eine Straße und kamen beim Überqueren ins Stolpern. Das Geräusch jagender Pferde erfüllte die Luft. Die Reiter wichen nicht aus.
Ein Morgen. Der Nebel war fast verschwunden. Überall lagen sie. Die Toten, die diesem Morgen seine besondere Note gaben. Das Donnern vieler Hufe zerschnitt die Stille. Das Hämmern laufender Füße gesellte sich dazu.
Wie ein Echo erschallten die gleichen Geräusche aus dem Süden.
Die Schlacht begann von vorne…
©2003 by T.R. aka Wortman
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Poesie der wortbildenden Buchstaben
„…es ist die grenze der steinwüste, die ich mit meinen mannen durchschreite; schreie der toten und raunen der ahnen, einsamkeit, wie frost im herzen, zaubert eiszapfen auch in die seele; und doch wachsam, angespannt, zum kampf bereit!…“
„…seht….ich bin durch die dunkelheit der welt gereist, durch die tiefsten aller abgründe, um nun an eurer seite zu stehen und euch in dieser welt zu beschützen…“
„…in den finsteren schatten geboren, entronnen in kampf und eisblauer kälte, ist das ewige schwarzblau des universums der meinige planet…wanderer zwischen den welten des lichts und der dunkelheit…“
…viel hab ich erlebt und getan in den jahrhunderten unserer trennung…es blieb nicht ohne spuren…gesucht hab ich euch…denn der tod hat auch eine sanfte seite…dort steht ihr und habt gewartet… all die jahrhunderte…
©2006 T.R. aka Wortman
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bluecotton sagte
Hallo Wortmann, „Gefangen“ ist zum wegrennen. Alle Achtung!
Wortman sagte
@bluecotton: Willkommen auf meinem Blog
Vielen Dank für das Lob. Freut mich sehr, dass es dir gefällt.
maja49 sagte
guten morgen ich schreibe hier mal was rein
ich will meinen gravatar testen
klappt wieder nicht
Wortman sagte
Seltsam… Im Admintool sehe ich ihn. Die Augen unter dem hellem Haar
babbeldieübermama sagte
Super!!!!! Bitte mehr davon.
Wortman sagte
Ein paar mehr findest du, wenn du rechts weiter unten meinen „Bookrix“-Link anklickst
Danke fürs Lob
Ulf Runge sagte
Gefangen. Das ist einfach nur genial! Ich kann gar nicht beschreiben, in welche verrückten Ecken der Phantasie Du mich vor dem letzten Satz geschickt hast. Genial!
Liebe Grüße,
Ulf
Wortman sagte
Danke für dein Lob, Ulf. Das höre ich doch gerne
Ich liebe solche kleinen Geschichten mit Enden, die man normal nicht erwartet
Follygirl sagte
Natürlich wirklich gut,,,
—-aber ich will immer viel mehr… wenn ich kurze Storys mögen würde, dann wären es auf jeden Fall Deine…
LG, Petra
Wortman sagte
Wenn das so ist – musst du wohl doch eher woanders längere Geschichten suchen
Anna D. sagte
Himmel !!! Der Arme !
Ich habe gerade beschlossen, meine Zigaretten nur noch am Kiosk zu kaufen.
Wortman sagte
*lach* da wird sich der Automat aber freuen, Anna
Willkommen auf meinem Blog
Anna D. sagte
Danke!
Die weisse Fahne wird übrigens nicht zum Einsatz kommen
Das ist ja richtig kuschelig hier bei dir. Ich hab mich schon mal häuslich eingerichtet, denn ich werd hier noch ne ganze Weile rumlungern.
Also falls du mal über mich stolperst, nicht dran stören.
Wortman sagte
Ich werde doch nicht über dich stolpern
Wenn ich dich sehe, hüpf ich drüber weg *lach*
Danke fürs Lob.
Anna-Lena sagte
Gefangen
einfach genial! Kompliment
von Anna-Lena
Wortman sagte
Danke dir. Das höre ich doch gerne