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Ist die Fantasie im WARUM gefangen?

Geschrieben von Wortman - 25. November 2008

Bild zur Verfügung gestellt von Carlheinz Schanzenbach, einem überaus talentierten
Fotografen mit dem besonderen Blick für die Ästhetik der Sinnlichkeit.

Sind wir im Netz des Lebens, unserer Umgebung gefangen? Trauen wir uns nicht mehr aufzustehen, weil die Gesellschaft uns mit ihren auferlegten Zwängen und Konventionen im Griff hat?

Schanzenbach hat in einem Beitrag sieben sehr tiefgreifende Fragen gestellt, die mich sofort faszinierten. Wir kamen nach einem Gespräch überein, dass diese Fragen in meinem Blog als Versuch gestartet werden, ob meine LeserInnen sich zutrauen, die Fragen offen zu beantworten. Am Ende werden wir versuchen, ein Resümee der Antworten zu ziehen.

1. Warum sind wir manchmal nur so schrecklich vernünftig?

2. Warum fragen wir immer “Was bringt mir das”?

3. Warum leben wir unsere heimlichen Fantasien nicht öfters aus?

4. Warum haben wir das fantasievolle Spielen verlernt?

5. Warum zeigen wir nicht offen wie und was wir sind?

6. Warum sind wir nicht stolz auf uns und unsere Fantasien?

7. Warum fragen wir immer nach dem Warum?

GESCHLOSSEN

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31 Antworten zu “Ist die Fantasie im WARUM gefangen?”

  1. Ecki sagte

    Das gefällt mir wahnsinnig!

  2. Sieht genial aus!

    [----]Aber schau mal! Vielleicht hilft dir das wegen deinem HTML-Problem
    http://img293.imageshack.us/my.php?image=atutzt9.jpg

  3. matha sagte

    Warum lassen wir sie nicht frei?

    Warum müssen nackte/ halbnackte Frauen für die Werbung hinhalten?

    Warum kann ich mir nicht noch mehr Warum-Fragen ausdenken?

  4. Xander sagte

    Das System ist schuld das wir so sind. Ist eigentlich eine Antwort auf alle Fragen. Denn was würden die anderen denken?

  5. Diane sagte

    *umguck* wie, was, wo – Mr. Gucky noch nicht hier ????? :shock: :lol:

  6. 1. “Vernunft”. Sorry, ich kann mir nicht helfen, ich brauche eine Definition des Wortes, bevor ich was sage… Ich nehme mal an, ich darf “vernünftig” mit “rational” gleichsetzten, in sofern, als das es vernünftig ist, etwas umzusetzen, was wir durch rationale Überlegung erkannt haben.
    Vernünftig ist man deshalb, weil es einem scheinbar bestmöglich vor Schäden bewahrt. Man kann sich hinter der Vernunft auch verstecken, wenn man Angst vor “Bauchentscheidungen” hat.
    Es ist ein Weg, der es einen erlaubt, jeden Schritt zu rechtfertigen. Die Möglichkeit der Rechtfertigung ist wichtig, denn die Gesellschaft erwartet möglicherweise, vor allem, wenn etwas schief läuft, eine Rechtfertigung für unser Handeln. (Mehr unter 7.)

    2.Der Mensch ist zwar ein soziales, aber nicht unbedingt ein altruistisches Wesen. Ich bezweifel aber, das wir es immer fragen. Wenn wir es fragen, dann weil der Mensch immer Ziele verfolgt. Und Ziele hat der Mensch… tja, warum hat der Mensch Ziele? Ursprüngliche Ziele dürften wohl Schutz und Nahrung gewesen sein. Und dann? Vielleicht Anerkennung. Und daraus dürften andere Ziele entstanden sein.

    3.Die Frage hängt eng mit 5. zusammen. Heimliche Phantasien liegen so tief an unserer wahren Persönlichkeit, das es schwer ist, auch nur zu sich selbst so ehrlich zu sein, also die eigene Maske vor dem Spiegel wenigstens abzunehmen um es bildlich auszudrücken

    4. Die Schule ist Schuld ^^ “Die Schule, wo ich viel vergessen habe” (Erich Kästner). Nein, im ernst, es gibt den Bericht eines leicht sprachbehinderten Mädchens, das wunderbar malte. Bis ihr die Sprache beigebracht wurde… Ich denke, das unser Bildungssystem, oder die heutige Umwelt überhaupt sehr viel fördert. Nur eben keine Phantasie. Und man kann sie auch verlernen, denke ich. Oder “vergessen”, wenn man alltäglichen Problemen hinterher hinkt und versucht, gesellschaftlich anerkannte Ziele (Familie, Wohlstand, Gesundheit; Fitness) zu erreichen.

    5. Das Was wir zeigen ist nach der Fragestellung nicht unser wahres Ich. Also eine Maske. Das einfach an einer Maske ist, das sie unser wahres Selbst vor Schäden bewahrt. Ein Kratzer an der Maske ist immerhin kein Kratzer an uns selbst. Nur leider tendieren wir dazu, uns der Kontiniutät der Maske verpflichtet zu fühlen, also auch Aktionen zu unternehmen, die nicht uns selbst, wohl aber unserer Maske entsprechen.

    6. Wieso ist man per se nicht Stolz auf die eigenen Phantasien. Und was für Phantasien sind denn gemeint?
    Wahrscheinlich liegt es daran, das Phantasien, das liegt ja im Wesen ihrer Natur, wenig mit der wahren Umwelt zu tun haben. Und nur reale Errungenschaften zählen in der Gesellschaft (Ja, die Gesellschaft ist bei mir die Wurzel allen Übels ^^).

    7. Das Warum ist ein grundlegender Zug des Menschseins, oder? Ich meine, die Ursache-Wirkungsverknüpfung ist ein basale Überlebensfunktion. Könnten wir keine Ursachen erkennen, könnten wir keinen Gefahren aus dem Weg gehen oder uns Vorteile verschaffen. Das Metaphysische Warum ist wohl eher ein Resultat unseres Bewusstseins. Der Besitz eines Bewusstseins verleitet uns dazu, zu glauben, das es für irgendetwas gut ist. wieder eine Warum-frage. Und darum muss unser Leben, ein höheres Ziel haben, als die pure Fortpflanzung. Dafür braucht man ja anscheinend kein Bewusstsein.

    BTW: Das Foto ist toll!

  7. Diane sagte

    So jetzt gucke ich nochmal. Also geschrieben wird “wir” – ich empfinde mich nicht als “wir” und deshalb frage ich das auch nicht unbedingt so, wie es da steht. Jeder ist doch individuell ;)
    Also da Denken ist mir eher fremd. Und wenn ich fage, was mir etwas bringt, dann, weil ich es so will. :)

    Was mit “fantasievolles Spielen” gemeint ist, sollte näher definiert werden. Aber nicht jeder spielt gern alles :D

    Und das mit offen zeigen – also ein Mensch hat viele Facetten und spielt viele Rollen – wenn wir nur an Ehefrau, Mutter, Geliebte … alle diese Bilder denken und in jede Rolle ist man eine Andere :) Aber es gibt sicher auch Leute, die diese Rollen nicht so ausfüllen können oder wollen … hat nicht Shirley MacLaine mal gesagt, das Leben ist wie ein Film … tatsächlich so ist es und das ist fantastisch! :D
    Ich hab jedenfalls keine Ahnung, wer so “schrecklich vernünftig” ist :lol:

  8. Diane sagte

    @ Xander
    finde ich nicht mit dem so genannten System, denn das sind auch nur alle Leute, die sich dazu gehörig fühlen. Das ist so ähnlich, wie wenn jemand behauptet, die Kirche ist an allem schuld oder tut dies und das nicht. Aber der vergisst, wenn er selbst Mitglied dort ist, dass er auch was tun könnte oder was ändern!

  9. Diane sagte

    Und Elementargeist sagt da was …
    Man braucht zu vielen eine nähere Definition …
    Und wenn etwas SINNVOLL ist, es so zu tun, dann ist es o.k. so, und etwas wenig Sinnvolles wäre eben nicht so o.k. – oder man hat die Folgen zu tragen. Eigentlich logisch. ;)

    Also ein Beispiel – will einer in einem Laden klauen, weil es ihm vielleicht Spass machen würde, wird er die Folgen tragen müssen. Das hat also wenig Sinn oder er ist überzeugt, dass er das sogar gern in Kauf nimmt. DANN mag es – für ihn – ja o.k. sein :mrgreen: – wenn er bereit für die Folgen ist …. das gilt für viele Bereiche … auch gesundheitliche, Rauchen als ein Beispiel von vielen …

    Nicht alles was aus “Bauch” kommt ist auch gleich gut. Man muss schon überlegen … unabhängig von Gesellschaft. Da wird nur viel gern drauf geschoben. Bei Licht betrachtet, gibt es nun mal Sachen, die sind eben nicht sinnvoll, egal wie der Mensch es hindrehen WILL ;) Und das macht langfristig dann auch keinen Spass.

    - – - Und siehst Du, Worti, jetzt erst lese ich Deine Bitte – aber so sind die Menschen … und bestimmen kann man oft nur schwer, schon weil Menschen auch spontan handeln … jetzt haben wir bereits geschrieben hier … ;)

    Und dann … ich weiss nicht, ob man STOLZ auf Fantasien sein sollte? Was hat das mit Stolz zu tun??

    Und IMMER nach Warum fragen kenne ich persönlich nicht :D Ich weiss zwar alles gern “ganz genau” (will ich gern wissen), aber ich muss trotzdem NICHT ALLES wissen! Das ist für mich dann genauso o.k. und viel ist auch logisch und in sich schlüssig. Der Mensch kann nie alles erklären und das ist auch sehr gut so! :D
    Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde und es ist Anmaßung, wenn Menschen gleich sein wollen wie Gott, denn das beinhaltet diese Frage nach dem “Warum”. Es hat oft nicht den Nutzen, den der Mensch sich davon verspricht.

    Es gibt natürlich diese anderen “Warum” – was Elementargeist da anspricht. Aber das bezieht sich nicht auf alle Bereiche des Daseins. Denn das, was uns nicht weiter bringt im Leben und Alltagsbewältigung, ist wenig sinnvoll, nach dem Warum zu fragen. Zum Beispiel, kleine Grüne Männchen oder gibt es Ufos … das sind alles Sachen, die absolut nicht lebensnotwendig sind für das Leben hier auf unserem schönen Blauen Planeten :) Aber schöner Stoff – für Filme :D oder “nette” Hobby …

    Und das ist der Unterschied! :)

  10. artworkofhorus sagte

    Die nackten Frauen zu zeigen ist heute nicht (mehr) originell. Es gibt tausende Internetadressen, die für solche Experimente stehen. Und auch wenn das ganze nur die Fantasie aufweckt, will ich trotzdem lieber weiter schlafen …

  11. raeuberbraut sagte

    zu 1.: Ich bin glaube ich nicht schrecklich vernünftig, ich handele aus dem Gefühl heraus und falle dabei auf die Nase..
    zu 2.: Ich frage bei dem was ich tue nicht danach, was es mir bringt, sondern wie es sich für mich anfühlt. Wenn ich innerlich glücklich bin, ist es mir egal, was es mir bringt. Auch hier kann das zu Enttäuschungen führen, wie ich sie erlebt habe und trotzdem… – ich würde es wieder tun.
    zu 3.: Ich glaube schon, dass ich meine Fantasien auslebe, zumindest versuche ich es.
    zu 4.: Haben wir das? Ich spiele sehr gern.
    zu 5.: Die meisten zeigen nicht offen wie und was sie sind, weil man dann ihre Absicht erkennen würde und dadurch andere nicht mehr manipulierbar sind. Allerdings habe ich erlebt, dass “offene” Menschen, zu denen ich mich zähle immer wieder ausgenutzt werden und diese Offenheit mißbraucht wird und trotzdem… – ich will dieses Spiel nicht mitspielen und sage was ich denke Punkt
    zu 6.: vielleicht weil wir denken, sie sind nicht gut genug oder interessant genug wei wir uns selbst für nicht gut genug halten?
    zu 7.: weil ich wissen will, warum alles ist, wie es ist statt die Dinge so hinzunehmen, wie sie nun mal sind.

    Dass das Bild mit nackten Frauen dargestellt wurde stört mich überhaupt nicht. Ich finde es schön und Frauen haben vermutlich einen schöneren Körper – ich empfinde das nicht als Beleidigung. Dasselbe Bild mit Männern dargestellt – kann ich mir ehrlich gesagt nicht so gut vorstellen.

  12. Elisabeth sagte

    1. Weil ich Angst habe, etwas falsch zu machen und dann nicht angenommen, sondern abgelehnt zu werden – oftmals in meiner Kindheit erlebt und oftmals auch auf die Nase gefallen…

    2. Weil ich Angst habe zuviel zu geben!? Weil ich auch etwas bekommen möchte, wenn ich gebe!?

    3. Ich bin drauf gekommen, dass ich den Kontakt zu meinem inneren Kind bereits sehr, sehr früh verloren habe – vermutlich schon als Baby… *seufz* Wenn ich diesen Kontakt hätte, wäre es wesentlich einfacher, intuitiv zu handeln und auch Fanatsien auszuleben – ich arbeite daran!!!

    4. siehe 3. Es wird besser und besser :-)

    5. Auch hier siehe 3. Weil ich keine Beziehung zu mir selbst habe im Moment, weil ich den Kontakt verloren habe, weil ich mich leer fühle, weil ich oft nicht weiß, was ich fühle…

    6. Sie sind ein Teil von mir – ich bin stolz darauf, wenn ich mir dessen bewusst bin, es wird wie gesagt besser und besser…

    7. Das weiß ich auch nicht, weil ein “warum?” mich doch eigentlich nicht weiter bringt. Besser sind Fragen, die in die Tiefe und zu einer Lösung führen.

    Carlheinz Schanzenbachs Fotos sind tatsächlich wunderschön, sehr ästhetisch und anregend :-) Gefällt mir, was ich sehe :-)

    Liebste Grüße von Elisabeth

  13. [...] dieses Thema aufgegriffen > “Ist die Fantasie im WARUM gefangen?“ [...]

  14. artworkofhorus sagte

    Sorry! Ich wollte keinem weh tun. Jeder von uns hat seine eigenen Vorlieben, Träume und Phantasien …

  15. Renee sagte

    Zu 1.)
    Die Vernunft schützt mich vor unüberlegten Handlungen, die mich in Teufelslage bringen können. Die Vernunft schütz mich davor Dinge zu verantworten, die durch meine unüberlegtes handeln schädlich werden können.
    Es gibt Dinge im Leben, da bin ich Vernünftig und handle nach den allgemeinen Gepflogenheiten, um Stress zu vermeiden, um eine Sache kontrolliert zu bewältigen, um voranzukommen, um Ruhe zu haben … um mir mein Leben einfacher zu machen.

    Zu 2.)
    Es ist eine natürliche Auslese aller Vor- und Nachteile einer Handlung, die ich mit der Eisenhower-Methode selektiere und warum sollte ich mich mit Dingen beschäftigen, die in meinen Augen nicht wichtig sind?

    Zu 3.)
    Weil es unmoralisch ist. <- Das war spontan …
    Wenn ich meine Fantasie ausleben würde, würde ich jemanden ständig vor den Kopf schlagen und mich rechtfertigen und erklären müssen – dazu habe ich keine Lust, also kommt wieder die Vernunft ins Spiel, die mir mein Leben erträglicher machen kann …

    Zu 4.)
    Die Unbeschwertheit ist verlorenen gegangen und das Hinterfragen der eigenen Handlung hat sich immer mehr in den Vordergrund gestellt. Das [mein] Gehirn – die Synapsen – ist befähigt komplexe Handlungsstränge und die daraus resultierende Konsequenzen im Vorfeld zu bewerten und entsprechende Signale werden implementiert.

    Zu 5.)
    Die Frage ist für mich eher: Warum sehen wir nicht offen wie oder was wir sind? Warum fangen wir nicht an, uns selbst als das Individuum zu akzeptieren? Ich denke, wenn wir diesen ersten Schritt, der Selbstreflexion gemachten haben, uns mit uns selbst auseinander gesetzt haben und uns über uns selbst bewusst sind, ist es einfacher andere Menschen in ihrer Individualität zu akzeptieren.

    Zu 6.)
    Auf die Produkte meiner Fantasie bin ich sehr stolz.
    Klingt DAS nicht eingebildet? Und genau das ist der Grund, warum ich zwar Stolz bin, es aber nicht sagt – Wie sieht das den aus? Was sagen den die Nachbarn? Und erst der Bürgermeister oder der Dackelclubvorsitzende?

    Zu 7.)
    Ich frage oft nach dem Warum, um zu verstehen und um mich zu schützen. Und vielleicht treffe ich mal einen Menschen, der auf alle Warum eine plausible Antwort hat, dann kann ich wieder Verantwortung abgeben.

  16. wortman sagte

    Na wenigstens haben ein paar bisher den Beitrag bis zum Ende gelesen.
    In dem Sinne: Danke elementargeist, Elisabeth, Raeuberbraut und Renee.

  17. GunWoman sagte

    1. Mein Bild von mir zeigt mich nicht unbedingt vernünftig. Bzw. würde ich mich gerne ab und zu etwas unvernünftiger sehen. Vernunft zu zeigen kann einerseits an die Erwartungen anderer anknüpfen. Die Gesellschaft erwartet von uns, dass wir vernünftig und rational handeln, um zum Gemeinwohl beizutragen. Vernunft kann auch ein Schutzschild darstellen. Sich selber vor Schaden und schlechten Erfahrungen bewahren. Doch ich sehe Vernunft relativ. Für den einen ist es z.B. vernünftig mit der Straßenbahn zu fahren, für einen anderen gilt das schon wieder nicht. Ihm wäre das Fahrrad eine vernünftigere Lösung sein. Also an welchen messbaren Größen will man bitteschön Vernunft festmachen?

    2. Menschen setzen sich im Normalfall Ziele. Diese Ziele können wiederum aus gesellschaftlichen Erwartungen entsprungen sein (Luxusgüter, materieller Besitz, soziales Engagement, etc.) oder diese können aus dem Wunsch der Selbstverwirklichung entstanden sein. Und egal in welcher Situation ein Mensch sich dann befindet, wird er abwägen, welche Mittel, Techniken, Strategien oder Partner ihn nun näher an sein Ziel bringen.

    3. Heimliche Fantasien werden manchmal nicht ausgelebt, weil man einerseits Angst vor der fehlenden Akzeptanz (des Partners) hat oder vlt. auch Angst vor der Erfahrung und deren Folgen daraus. Es gibt viele Handlungen, deren Folgen nur schwer abzuschätzen sind. Die Ungewissheit kann dann das Ausleben verhinden.

    4. Ich denke, dass von uns Menschen immer Rationalität und Vernunft erwartet wird. Da haben Spiele keinen Platz mehr. Frauen verlernen sehr viel eher das Spielen als Männer. Wenn man in die Forschungslabore schaut, wird man überwiegend Männer finden. Denn sie beherrschen das fantasievolle Spielen noch.

    5. Die Meinung kam hier zwar schon einmal, aber ich möchte mich dieser auch anschließen. Der Mensch hat viel zu viel Angst davor verletzt zu werden. Um seine Interessen durchzusetzen muss man manchmal etwas härtere Maßnahmen ergreifen. Diese Maßnahmen sind aber nicht unbedingt dafür ausgelegt, jeden mit Samthandschuhen anzufassen. Sonst würde man doch auch nicht vorankommen. Manchmal ist es ganz gut, wenn man so eine Maske (s.o.) trägt. Man weiß, dass nur die “äußere Schale” getroffen wurde. Manche tragen wohl auch eine Maske vor sich selber, um sich nicht mit den eigenen Gefühlen, dem eigenen Sein zu beschäftigen.

    6. Stolz wird teilweise negativ betrachtet. Ein stolzer Mensch wird gern verachtend angesehen. Davor möchten sich wohl gern die Menschen bewahren. Vlt. gilt man dann nicht mehr als “normal” und “gleichgesonnen” wenn man andere Fantasien hat, als andere Menschen. Es besteht der Wunsch, nicht unnötig aufzufallen, in der Menschenmenge unterzugehen, einfach mitzuschwimmen. Wer auftaucht, bekommt meistens auch “mehr” ab. Dieses “mehr” kann positiv und negativ sein. Die wenigsten trauen sich, aus der Masse aufzutauchen.

    7. Der Mensch möchte wissen, warum etwas genau so funktioniert, wie es funktioniert. Und er möchte auch wissen, warum er überhaupt auf der Welt ist und wer ihn zu dem gemacht hat, wer er ist. Diese unbändige Neugier hat uns teilweise schon sehr voran gebracht. Anhand des Warums erkennt ein Mensch seinen eigenen Wert und kann ihn daran messen. So kann sich der Mensch in der Welt einordnen und fühlt sich nicht mehr so verloren, wie im Weltall.

  18. Sterntau sagte

    1. Warum sind wir manchmal nur so schrecklich vernünftig?
    Weil wir erwachsen sind. Kinder tragen die Unbekümmertheit noch in vollem Maß in sich, wir Erwachsenen sind viel zu pragmatisch.

    2. Warum fragen wir immer “Was bringt mir das”?
    Eben weil wir Erwachsene sind, tun wir das. Kinder machen einfach, wägen Sinn und Nutzen gar nicht ab.

    3. Warum leben wir unsere heimlichen Fantasien nicht öfters aus?
    Aus Scham, Pragmatismus, manchmal aber auch, weil uns die Möglichkeiten verwehrt bleiben, den Phantasien freien Lauf zu lassen.

    4. Warum haben wir das fantasievolle Spielen verlernt?
    Siehe Antwort zu Frage 1. Ich muss an die Geschichte des Peter Pan denken, wenn ich deine Fragen lese…

    5. Warum zeigen wir nicht offen wie und was wir sind?
    Weil uns unser Umfeld belächeln würde, weil wir und lächerlich machen UND weil wir erwachsen sind. Erwachsene sind so nicht und wenn doch, haben sie ein Rad ab.

    6. Warum sind wir nicht stolz auf uns und unsere Fantasien?
    Das ist zum Glück etwas, das uns keiner nehmen kann. In unserem Innern können wir auf alles stolz sein.

    7. Warum fragen wir immer nach dem Warum?
    Weil in jedem von uns noch ein experimentierfreudiges Entdeckerkind lebt :)

  19. wortman sagte

    @Sterntau/Gunny: Danke euch :)

    Ich frag mich grade, WO sind die Herren der Schöpfung?

  20. Sterntau sagte

    Die trauen sich nicht :lol:

  21. NiRAk sagte

    1. Um zu überleben.
    2. Ich frag sehr selten danach.
    3. Anerzogene Beschränkungen und Ängste.
    4. Habe ich nicht verlernt – Sie haben sich halt weiterentwickelt, und dadurch auch verändert.
    Und weniger Zeit ist zum Spielen zur Verfügung.
    5. .. um nicht verletzt zu werden musste ich mir eine etwas weniger transparente Aussenschicht zulegen :D
    6. Mangeldes Bewusstsein für die eigen Stärken – wohl anerzogen. Zuwenig Zuspruch von aussen.
    7. Weil wir neugierig sind. Weil uns viele unserer Fragen weiter gebracht haben.
    Um sich später nicht zu fragen, warum wir nicht gefragt haben.

  22. Ocean sagte

    1. Nachwirkungen einer sicherheitsorientierten Erziehung .. Angst, daß etwas schiefgeht, wenn wir was riskieren, was nicht vernunftgeprüft ist …

    2. Ein Bedürfnis, zu kompensieren vielleicht .. Wir müssen so viele Dinge tun, sind manchmal überfordert oder überlastet – manches tun wir ungern – und dann soll es wenigstens irgendwas abwerfen für uns, als Ausgleich. Und das nutzenorientierte Handeln wird uns schlichtweg anerzogen in dieser Gesellschaft.

    3. Manchmal vielleicht Zeitmangel – Fantasien brauchen Platz (auch zeitlich gesehen) und ein stimulierendes “Umfeld”, um sich entfalten zu können .. Manchmal vielleicht auch anerzogene oder durch schlechte Erfahrung erworbene Hemmschwellen?

    4. Ähnlich wie 3. – Notwendigkeiten, sich auf die Lösung von Sachfragen zu konzentrieren, analytisch-vernunftorientiert .. manchmal ein mangelndes Selbstbewußtsein ..

    Hier wär eine Umfrage interessant:

    Wie sieht die Lebenssituation der Menschen aus, die von sich sagen “ich habe es verlernt” – und im Vergleich dazu die Situation derjenigen, die noch spielen können?

    5. Angst vor negativem Feedback, vor unangenehmen Konsequenzen, ausgelacht zu werden, eine Lawine aus Konfrontationen loszutreten ..

    6. .. wir vergleichen uns zu oft mit anderen, glaube ich. Und dabei kommen wir selber oft schlechter weg – in unserer eigenen subjektiven Bewertung. Das nimmt uns den Mut, stolz zu sein auf das, was wir sind, denken, träumen – geschweige denn, es auszuleben.

    7. Der Mensch möchte begreifen .. eine Ur-Sehnsucht, die uns auch vorwärtsbringt.. Forschung etc .. Zugleich tut er sich schwer mit dem Akzeptieren von nicht erklärbaren, aber dennoch vorhandenen Dingen. Er glaubt, dass die Dinge einfacher hinzunehmen oder zu ertragen sind, wenn man das Warum beantworten kann ..

  23. wortman sagte

    Ich hab woanders herum gefragt und poste hier mal die Antworten:

    Ronald
    1. weil es uns in langen jahren so anerzogen wurde..
    2. weil wir in jeder situation gewinnorientiert sind..
    3. weil wir selber angst davor haben…
    4. weil die fantasie auf der strecke geblieben ist
    5. weil wir gerne jemand anders wären und dem nacheifern…
    6. weil stolz nichts mehr zählt
    7. weil wir von der nächsten frage ablenken wollen..

    Petra
    1. weil wir angst vor den konsequenzen haben, die ein ausbrechen aus den normen mit sich bringen könnte
    2. weil wir in einer konsumgesellschaft leben, in der sich alles ‘rechnen’ muss, am besten sofort
    3. weil wir unsere fantasien unterdrücken und nicht so annehmen, wie wir sie annehmen sollten
    4. weil wir lotto, toto, black jack, poker etc.pp. spielen, also etwas, das uns andere vorgeben, nicht unser inneres
    5. weil in dieser gesellschaft statussymbole zählen und wir dem entsprechen wollen/müssen (< job zb), was von obrigkeiten angeordnet wird
    6. weil wir von natur aus neugierig sind, weil wir weiterkommen wollen und auch müssen auf unserem weg des lebens. wer aufhört, zu fragen, hat aufgehört, zu denken.

    Michaela
    1. Weil wir glauben das wir dann in Sicherheit sind, was wir aber nicht sind weil Sicherheit eine Illusion ist.
    2. Weil wir immer nach einem Sinn suchen und wenn es schon keinen Sinn gibt dann soll es weingstens einen Nutzen bringen. Da der Sinn aber nicht im Aussen zu finden ist sondern nur im Innen, werden wir das wohl weiter fragen.
    3.Weil wir ja erkennen könnten, wer wir wirklich sind und aus irgendeinem Grund haben wir davor unheimliche Angst.
    4.Weil wir zusehr in der Vernunft und im “Was bringt mir das” – Denken stecken geblieben sind.
    5.Weil wir selbst nicht wissen, wer wir wirklich sind,also zeigen wir lieber das was andere gerne sehen wollen.
    6.Weil wir seit unserer Geburt immer (ER)- Verzogen wurden, wie andere uns gerne sehen wollten.
    7.Weil wir nach Sicherheit suchen, die uns jedoch keinen Nutzen bringt. Wir wissen nicht wer wir selber sind und weil wir vernünftige Gründe brauchen.Gründe um so zu sein wie die Anderen uns haben wollen und um nicht unsere Angst überwinden zu müssen, zu zeigen wer wir wirklich sind. Also suchen wir weiterhin Sicherheit im Warum.

  24. Diane sagte

    Oups, da gibt es wieder viel zu lesen … böse Mädchen right! Jedenfalls keine so Brave kleine Mädchen, wie die Beiden im Netz! :lol:

  25. Diane sagte

    Brav gelesen :mrgreen: Ein Punkt ist mir aufgefallen … bei Petra

    6. weil wir von natur aus neugierig sind, weil wir weiterkommen wollen und auch müssen auf unserem weg des lebens. wer aufhört, zu fragen, hat aufgehört, zu denken.

    Also – Neugier ist eine gute Sache, aber der, der nicht (mehr) alles zu fragen braucht, weil er das Leben erkannt hat, ist weise und damit ist genau das Gegenteil der Fall. :)

    - Interessant jedenfalls diese Selbstwert- und Ängste-problematik, die herausklingt aus einigen … aber eher typisch deutsche problem, glaube ich.

  26. kipet sagte

    1. weil’s uns anerzogen wird.
    2. weil wir monetär ausgerichtet sind – ebenfalls anerzogen.
    3. manche lebe ich sehr wohl aus, andere nicht.
    4. das lasse ich mir nicht verbieten! :-)
    5. aus angst vor der reaktion anderer, bzw. im vergleich “abzustinken”? ich nehme mich bei dieser frage ein bisschen heraus, leider nicht komplett, aber doch ein wenig.
    6. siehe punkt 5.
    7. weil wir SUCHENDE sind.

  27. Bini sagte

    1. weil leider die erwachsenen die fähigkeit verlieren, kind zu sein und es uns so beigebracht wird, das es nunmal so sein muß, sprich die erwachsenen vernünftig sein müssen -blöddas-

    2. weil alles was wir für andere tun, immer einen vorteil für uns haben muß. das die völlig uneigennützigen dinge viel mehr “belohnung” für uns bieten, übersehen dabei die meisten -traurigdas-

    3. a) sie wären dann nicht mehr heimlich und womöglich dadurch so spannend, prickelnd und lustvoll und b) was sollen denn die anderen von einem denken, wenn sie wüssten, was jeder so fantasiert? -ganzpikiertist ;)-

    4. weil wir erwachsenen nunmal vernünftig und rationell sein müssen, funktionieren müssen und da bleibt kein platz für die fantasie und das loslassen von der vernunft -sehrtraurigdas-

    5. weil wir erwachsenen im laufe der jahre zu oft verletzt worden sind und uns einen schutzpanzer umgelegt haben, damit das nicht nochmal bzw. nicht so tief passiert. außerdem würden wir uns ja ohne schutzpanzer angreifbar und womöglich sogar erpressbar machen -totalerquatschfind-

    6. weil wir uns ihrer schämen -traurigdas-

    7. weil wir immer einen grund haben müssen, warum das warum so ist wie es ist – auch um dann gleich entweder eine schuldzuweisung machen zu können oder aber eine ausrede parat zu haben – weil fantasie ist a) den kindern vorbehalten, b) den egozentrischen künstlern (die werden halt einfach abgestempelt) und c) weil es uns so vorgelebt und anerzogen worden ist -eigentlich sehr traurig das-

  28. 1.) , weil Vernunft vermeintlich sicherer ist als Intuition. Vermeintlich.
    2.) , weil Leistung nur als Leistung definiert ist, wenn sie Nutzen schafft und Leistung der Grundgedanke unserer Gesellschaft ist. Leistung bringt Wohlstand und Wohlstand ist Glück. Sehr viele falsche Schlussfolgerungen auf einmal.
    3.) Das kommt doch auf die Phantasien an. Schade ich damit anderen oder nicht? Warum ist diese überhaupt heimlich? Zu pauschale Frage.
    4.) Haben wir das? Für die es gilt, vielleicht durch den getrimmten Ratio-Gedanken als Schlüssel zum Glück.
    5.) Schutz, teilweise berechtigt, teilweise nicht.
    6.) “Uns und unsere Phantasien” Boah, was eine weite Frage.
    Uns = Unsere Fähigkeiten, Leistungen, Selbstdarstellung, Rollen, Taten…und Phantasien noch dazu. Und was bedeutet NICHT stolz. Das Gegenteil? Mit der Frage kann ich gar nichts anfangen.
    7.) Warum was? Warum der Wetterbericht nicht stimmt? Warum es soviel Leid auf der Welt gibt? Warum ich immer als erster Schnupfen bekomme? Egal: wahrscheinlich irgendeine Kombination aus Frage 1 und 2.

    Also ich finde die Fragen teilweise etwas zu blumig. Eher überhaupt nicht tiefgreifend, weil sie ziemlich generalisierend daherwabern. Hier werden irgendwelche beim ursprünglichen Fragesteller eingebrannten Glaubenssätze als philosophisches Allgemeingut verkauft. Meine Meinung.

  29. freidenkerin sagte

    1. Ich glaube, daß vieles von unserem Verhalten, was als “vernünftig” bezeichnet wird, uns seit etlichen Jahrzehntausenden in die Wiege gelegt wird. Vielleicht handelt es sich genauer betrachtet eher um Überlebensstrategien und -reflexe als Vernunft schlechthin.
    2. Das hat mit Konkurrenzdenken zu tun, meinem Platz in meiner Herde. Und ebenfalls mit überliefertem Handeln. Früher, als Cro-Magnon-Mensch, mußte ich sehr wohl vor der Jagd abschätzen, ob das Vieh, welches es zu erlegen galt, meinen Clan satt macht oder nicht.
    3. Weil es gut sein kann, daß man damit Anderen Leid zufügt. Oder zumindest gehörig aneckt.
    4. Weil es uns seinerzeit von den “Erwachsenen” eingetrichert wurde, daß man “so was” als reifer Mensch nicht tut.
    5. Ich für meinen Fall bemühe mich stets darum, möglichst unverstellt auf meine Mitmenschen zu zu gehen und zu signalisieren: “Seht her, so bin ich!” Eine gewisse – wenn vielleicht auch dünne – Maske gehört aber auch zum Menschsein dazu. Ist vielleicht auch ein Ritual in unserem Herdenverhalten.
    6. Ich bin stolz auf mich und meine Fantasien! Und wie! Nachdem sie jahrzehntelang von meiner Familie – und auch von mir – quasi unter den Teppich gekehrt wurden, habe ich nun – Internet! – einen Tummelplatz aufgetan, auf dem ich mich so richtig austoben kann. Und der “Erfolg” gibt mir recht. Und das macht mich stolz! Jawohl!
    7. Das ist der “Motor”, der uns vorwärts treibt. Würden wir nicht stets und ständig hinterfragen, säßen wir wahrscheinlich jetzt noch in einer zugigen Höhle an einem rauchigen Lagerfeuer und würden Steine klopfen. Vielleicht ist es das unablässige “Warum-fragen” unserer Spezies, welches im Alten Testament mit der Erbsünde umschrieben wird, nicht nur Segen, sondern auch ein Fluch.

  30. wortman sagte

    @Kipet/Donkey/Freidenkerin: Vielen Dank für die Antworten.

    @Bini: Willkommen auf meinem Blog und auch dir einen herzlichen Dank zur Beantwortung der Fragen :)

  31. wortman sagte

    Keltenfürst

    1. weil das was wir für uns selber das beste halten, nicht immer für andere auch das beste ist,
    2. weil das der Austausch von Erfahrung und Lebensweisheit ist,
    3. weil das etwas ganz persönliches ist,was sich nicht wie ein Atemzug ständig wiederholen lässt,
    4. weil das heutige Leben weniger Freiraum dafür übrig lässt, als der Hang der Seele es verlangt,
    5. das zeigt man schon, doch sind viele nicht in der Lage das zu akzeptieren was sie sehen,
    6. die die es sind, brauchen nicht die Zustimmung dafür anderer wiederum
    7. diese Frage stellt sich nur jenen, die generell sich abgesichert wissen möchten, jenen die sich diese Frage garnicht erst stellt, erleben auch das was hier punktuell abgefragt wird, völlig anders…eben offen unbefangen und kraftvoll für Kopf-Herz-und Seele!

    Anita
    1. weil wir keinem weh tun wollen oder enttäuschungen vermeiden wollen
    2. ich frage nicht “was bringt mir das?” ich denke eher “warum nicht versuchen..?”
    3. weil die normen und grenzen es oft nicht zulassen
    4. weil fantasie, ob im beruf oder in der freizeit, oft als spinnerei abgetan wird.. somit ein ungutes gefühl da ist
    5. der versuch (bei mir) ist da.. immer wieder und immer öfter.. und ich fühle mich sehr gut dabei :)
    6. ich bin stolz auf mich und meine fantasien.. durchlebe ich doch nun eine zeit.. in der es wahr wird :)
    7. warum fragst DU nach dem warum? ich mache es kaum noch. ich lebe so wie ich es mag.. immer öfter und mit wachsender begeisterung !!!

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