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Die geheimnisvolle Insel Teil 4

Posted by Wortman - 3. Juli 2020

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Hafen, Porto Verde zwei Tage zuvor

Die Schaluppe wurde am Kai festgemacht und der Steg ausgelegt.
„Leftenant Morris, glauben sie wirklich, das wir hier richtig sind?“
Der Angesprochene wandte sich um. Sein Gegenüber war ein dicker Kaufmann namens Weston.
„Mister Weston, der Informant sagte, er hätte die gesuchte Person hier im Hafen gesehen. Sie scheint Interesse an einem Schiff gehabt zu haben. Bei dem Geld was sie als Belohnung ausgesetzt haben, sind Zungen schnell beim reden.“
Morris war es zuwider, diesem Mistkerl von Weston zu helfen. Er hatte ein Kopfgeld auf seine Braut ausgesetzt, weil sie geflüchtet war. Morris hatte durchaus Verständnis für das Mädchen. Der alte Weston war ein mehr als unangenehmer Zeitgenosse. Sein Reichtum machte ihn zu einem Snob, der über Leichen ging, wenn es sein musste. Die Beziehungen des Kaufmanns und das viele Geld hatten die ein oder andere Hand freundlich gestimmt und so kam es, dass Morris von seinem Vorgesetzten verpflichtet wurde, ihm zu helfen.
„Wie wollen sie vorgehen, Mister Morris“, fragte Weston ungeduldig.
„Zuerst suchen wir uns eine Unterkunft und danach werde ich mich erst einmal im Hafen umsehen“, antwortete der Leftenant.
„Wo sie absteigen interessiert mich herzlich wenig“, knurrte der fette Weston und warf sich in die Brust, „ich nehme Quartier bei Gouverneur Stapelton. Einer meiner engen Freunde. Er erwartet mich schon.“
Und den du genauso gekauft hast, wie die anderen Dummköpfe, lag es Henry Morris auf der Zunge, aber er verkniff sich den sarkastischen Ausbruch. Im Grunde war er froh, den dicken Nabob los zu sein. Er arbeitete lieber allein und unauffällig.
Ungeduldig sah sich der Kaufmann um und schrie:
„Kutscher“, er winkte eine Droschke mit wilden Handbewegungen heran. „Zur Garnison“, keifte er.
Der Kutscher nickte beiläufig. Als sich der alte Weston endlich in den Wagen gehievt hatte und in die Kissen sank, schnalzte der Mann mit der Zunge und ließ die beiden Pferde in einen leichten Trab fallen.
Henry atmete erleichtert auf. Er beneidete Andrew Stapelton nicht, andererseits empfand er auch kein Mitleid. Wenn sich sein Schwager von dem Gauner schmieren ließ, musste er sehen, wie er zurecht kam.

© Caroline Susemihl / T.R. aka Wortman

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