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ABC-Etüden Schreibwoche 20.21.21

Posted by Wortman - 24. Mai 2021

Bei Christiane vom „Irgendwas-ist-immer“-Blog geht es auch 2021 weiter mit einer neuen Etüdenrunde.
Die Wörter für die Textwochen 20/21 des Schreibjahres 2021 stiftete Bernd mit seinem Blog Red Skies Over Paradise. Sie lauten:

Baracke
lau
widerfahren.

.

Die beiden Männer saßen im Schatten der kleinen Baracke.
„Die Kreuzigung war inszeniert!“
„Was redest du da, Aulus?“
Der Angesprochene hob den Kopf.
„Aaron, warum wurde wohl der Grabhügel so nahe am Kreuzigungsort gebaut?“
„Ich denke, sie wollten ihn bei der Hitze nicht so weit transportieren.“
Aulus verzog den Mundwinkel.
„Diese Erklärung ist ziemlich lau, mein Freund.“
„Welche Erklärung hättest du für mich, Aulus?
„Der Römer hat seine Lanze nicht in die Hüfte gestochen. Er hat ihn nur geritzt. An der Spitze war ein Gift, dass ihn scheintot werden ließ. Deswegen musste er nah bestattet werden. So konnte man ihm schnellstmöglich Arznei verabreichen und wegbringen.“
Aaron macht große Augen.
„Wegbringen? Jeder weiß doch, dass er in den Himmel aufgefahren ist. Was erzählst du da?“
„Ich bin…“ Eine innere Stimme gebot ihm Einhalt. Aulus schaute auf den Boden.

Ich bin Hauptmann Longinus und ich weiß, wovon ich rede. Ich habe den Speer mit der Giftspitze geführt. Ich habe gewacht als Joseph von Arimathäa den Scheintoten ins Felsengrab brachte und dafür gesorgt, dass die Bruderschaft die schwangere Maria wegbringen konnte.

„Was bist du, Aulus?“
„Ach nichts. Nur ein Römer, der gern Geschichten erzählt.“

Er wurde aufgeweckt und ging zu Maria nach Galiläa. Einige aus der Bruderschaft verteilten Goldmünzen an die Menschen, welche das leere Grab sahen. Sie trugen ihnen auf, jedem zu erzählen, dass er in den Himmel aufgestiegen wäre.
Würde ich dir diese Wahrheit wirklich erzählen, mein lieber Aaron, dann würde uns beiden Schreckliches widerfahren.

26 Antworten zu “ABC-Etüden Schreibwoche 20.21.21”

  1. Wortman said

    Hat dies auf Wortwelten rebloggt und kommentierte:

    Eine neue Etüde

  2. Nati said

    So hat es sich also zugetragen.
    Warum erfahren wir es erst jetzt?

  3. Christiane said

    Schön, du bist ein paar Wochen zu spät und hast was über die Scheintod-Theorie gesehen/gelesen und die schwangere Maria Magdalene. Okay, in Bayern ist das mancherorts vielleicht schon ein Risiko 😉
    Ungewöhnliches Thema für dich, oder irre ich mich? 😉
    Vergnügte Abendgrüße (oh, danke dafür, wie eigentlich immer) … 😀

  4. Höchst interessante Geschichte. Liest sich ein bisschen wie eine Kurz-Kurz-Kurzfassung von „Der Heilige Gral und seine Erben“. 😉

    • Wortman said

      Haben die bei mir abgeschrieben? 😆
      Das Buch kenne ich nicht.

      • Das war vor gut vierzig Jahren mal ein Mega-Bestseller, verfasst von drei englischen Autoren. Dan Brown hat in seinem Roman „Der Da Vinci Code“ geradezu schamlos dreist von diesem Buch abgekupfert. – Die Theorie in dem Buch ist interessant, wenn sie auch von sämtlichen seriösen Wissenschaftlern abgelehnt und als Unsinn bezeichnet wurde: Jesus hat die Kreuzigung überlebt – so ähnlich, wie du das beschreibst 😉 – er floh mit seiner Frau Maria Magdalena und seinen Kindern über das Mittelmeer nach Südfrankreich, und hat dort die Merowinger-Dynastie begründet…

        • Wortman said

          Auch nicht schlecht, die Idee mit den Merowingern. Wobei es da ja auch Unschlüssigkeiten gibt. Eigentlich erst im 5. Jahrhundert wirklich erwähnt, gibt es ja auch Leute, die an das antike germanische Sakralkönigtum denken. Wenn es das dann gegeben hatte.
          Meine Idee geht eher in die Richtung, dass „…die Bruderschaft die jeweiligen Nachfahren von Jesus und Maria bis in die heutige Zeit beschützen. Den letzten „offziellen“ Hinweis gab es bei der Erstürmung der Katharerfestung Montségur…“
          Ja, Südfrankreich. Dort nannte man die Katharer allerdings Albigenser.

  5. Superidee – dabei fällt mir gleich auch noch die Mondnichtlandungstheorie ein.

  6. Ich vermute eher, dass Jesus den Hauptmann Longinus bestochen hat, mit den Silberlingen, die Judas ihm vorher besorgt hatte. Bloß wurde das Wort Bakschisch dann später aus der Bibel gestrichen und unter dem Namen Ablass neu vermarktet.

    • Wortman said

      Wer weiß, wer weiß…
      Ohja, der Ablass… ein schönes Nebengeschäft für dier Geistlichen, um ihre Kassen zu füllen. Es ist sehr interessant, wie viel Angst die Menschen im Grunde hatten, dass sie solche Ablassbriefe nie hinterfragt hatten. Nicht umsonst hat ja auch die kath. Kirche alle Predigten auf Latein abgehalten. Man wollte ja gar nicht, dass die einfachen Menschen verstehen, was in dem dicken Buch stand.

  7. Rina said

    Wer weiss, ob es sich nicht so zugetragen hat…..

  8. […] hierSofie auf Sofies viele Welten: hierMaren auf Ich lache mich gesund: hierTorsten auf Wortman: hierYvonne auf umgeBUCHt: hierNina vom Bodenlosz-Archiv: hierKatharina auf Katha kritzelt: hierGerda von […]

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