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Archive for the ‘Sagen / Aberglaube’ Category

Die Welt der Sagen, des Aberglaubens und der Legenden

Der Waizenhund vom Tegernsee

Posted by Wortman - 12. Oktober 2009

Alte Geschichten sagen, dass bei Vollmond der Waizenhund am Tegernsee umgeht. Man sollte es tunlichst meiden, des Nachts über den See zu rudern.

Ein riesiger, schwarzer Hund mit mächtigen Krallen und Reisszähnen sowie rot glühenden, bösartige Augen. Er springt ins Boot, fixiert den Ruderer und knurrt gar gefährlich.
Am anderen Ufer springt er aus dem Boot, der Ruderer aber sinkt alsbald tot zu Boden.

(Quelle: Anna Gaubitzer, Bayerische Sagen, 2007)

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Hexen unterm Brünnsteingipfel

Posted by Wortman - 1. Oktober 2009

Auf den Höfen von Grub und Zimmerau wusste man immer, wann sich ein Unwetter anbahnte. Dann sahen sie oben auf der Brünnsteinschanze die riesige Wettehexe.
Bei schönem Wetter versteckte sie sich in den Felsen.
Je nachdem ,wie stark das Unwetter war, erschien sie den Bewohnern mal kleiner oder größer dort oben auf dem Berg.
Im Licht der Blitze war sie tiefschwarz anzusehen und mit ihrem riesigen Besen kehrte sie jede Menge Steine und Geröll den Berg hinunter.
In den Stuben wurden die Fensterläden geschlossen und die Wetterkerzen angezündet.

Wetter- oder Gewitterkerzen gibt es zu kaufen und viele Menschen stellen sie heute noch, bei Gewitter, auf die Fensterbank um sich zu schützen.

Info: Wetterkerzen

(Quelle: Anna Gaubitzer, Bayerische Sagen, 2007)

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Die drei heidnischen Jungfrauen auf der Auerburg

Posted by Wortman - 26. September 2009

Auf der Auerburg bei Oberaudorf haben einmal drei Schwestern gehaust. Man nannte sie „die drei heidnischen Jungfrauen“. Steinreich sind sie gewesen, so reich, dass sie das Geld nimmer zählten, sondern mit dem Metzen, dem Gefäß, mit dem die Bauern das Getreide maßen, abgeglichen haben, wenn sie es untereinander aufteilten, sobald sich wieder ein Haufen angesammelt hatte. Die jüngere von den dreien war von Geburt an blind. Die beiden älteren jedoch waren von so argem Geiz besessen, dass sie bei jeder Vermögensteilung die jüngste Schwester zu übervorteilen suchten. Und das gelang ihnen auf höchst einfache, wenngleich raffinierte Weise:
So oft nämlich für die zwei Geizhälse mit dem Metzen gemessen wurde, machten sie diesen gestrichen voll, und die blinde Schwester fuhr dann mit ihrer Hand über den Rand des Gefäßes, so das sie erkennen konnte, das richtig eingefüllt worden war. Kam die Blinde an die Reihe, so kehrten sie die Maßkanne um, so das die leichte Vertiefung von deren Boden oben war, und legten ein paar Taler drauf. So musste die Schwester meinen, das Maß sei bis an den Rand vollgefüllt.
Als nun wieder einmal Geldverteilung auf der Auerburg war, langte die Blinde wie zufällig nach dem für sie gefüllten Metzen und merkte den Betrug. Da tat die Überlistete einen fürchterlichen Fluch. Seitdem ist der ganze Schatz versunken, die Burg bis auf die Ringwälle untergegangen.

Dort, wo die alte Burg versunken, ist nur noch ein gewaltiger Steinblock stehen geblieben und heute noch zu sehen. Es ist der Helstein, der eine große Höhle einschließt, so heißt es. Nach außen ist nur die Öffnung eines Ganges sichtbar. Da drinnen jedoch geistert es sehr, und selbst herzhafte Männer erklärten schon vor Zeiten, sie getrauten sich da nicht hinein. Ab und zu erschien früher eine Jungfrau zu Pferde vor dem Eingang zur Höhle. Sie hatte einen schwarzen Hund dabei.

Das war wohl Hei, der Höllenhund, und die Frau war dann die Totengöttin. Vielleicht hausten dort im Auerburgfelsen noch mehr der Unterirdischen?

(Quelle: Max Einmayr, Inntaler Sagen, Sagen und Geschichten aus dem Inntal zwischen Kaisergebirge und Wasserburg, 1988)

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Die Sage vom Grafenloch

Posted by Wortman - 26. September 2009

Einst lebte auf der Auerburg ein Graf, dem es nach Besitz und Macht gierte. So warf er seine Eltern ins Verlies und ließ sie dort verhungern. Viele Jahre später kam eine Zigeunerin auf die Burg, die ihm prophezeite, er würde durch einen Blitz sterben, da er Schuld auf sich geladen hätte.
Als nun eines Tages der Blitz in den Burgturm einschlug, zog es den Grafen hinaus in die beiden Höhlen, die sich an der Luegsteinwand beim Luegsteinsee befinden. Er ließ eine als Wohnstatt herrichten, die andere als Pferdeunterkunft. Daher heißen beide Höhlen heute Grafenloch und Rossstall.
Eines Tages, als er von einem Ausritt wiederkehrte, zog sehr schnell ein Gewitter auf. Gerade als er die Leiter zu seiner Wohnhöhle hinauf kletterte, zuckte ein gewaltiger Blitz vom Himmel, lief die Felswand hinunter und traf den Grafen, der daraufhin tot von der Leiter stürzte.

Die kleinere Höhle liegt hinterm Wald am Fuße der Felswand, die größere in halber Höhe darüber. Noch heute sieht man oberhalb des Grafenlochs deutlich die schwarze Zickzackspur des rächenden Blitzes.

(Quelle: Anna Gaubitzer, Bayerische Sagen, 2007)

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