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Metaphern und Symbole

Posted by Wortman - 21. März 2008

Wer schreibt, schreibt meist in Symbolen und Metaphern – sei es nun in einem Gedicht oder in einer Kurzgeschichte. Manchmal werden diese beiden Wörter synonym verwendet, deswegen soll an dieser Stelle einmal der Unterschied erklärt werden.

Das Symbol (griech. sym bolon: „Zeichen bzw. Kennzeichen“) ist ein Sinnbild, das stellvertretend ist für etwas nicht unmittelbar sinnlich zu Erfassendes. Abstrakte Vorstellungen und Erfahrungen werden in konkreten und anschaulichen Gegenständen, Handlungen, Sachverhalten dargestellt. Zum Beispiel ist die Taube ein Symbol des Friedens – Frieden ist eine abstrakte Vorstellung, aber durch das Bild der Taube weiß fast jeder Leser, was gemeint ist.

Das Symbol ist ein Ausdrucksmittel, das im dargestellten Gegenstand oder Vorgang über seine eigentliche Bedeutung hinaus größere Zusammenhänge sichtbar macht. Dabei muß es mit dem Objekt, auf das es sich bezieht, keine konkrete sinnliche Ähnlichkeit aufweisen.

Es gibt unzählige Symbole, und oftmals haben sie ganz unterschiedliche Bedeutungen. Zum Beispiel ist „Wasser“ seit jeher ein Symbol des Lebens, aber auch des Todes – es kommt ganz darauf an, in welchem Zusammenhang davon die Rede ist. Oder wie wäre es mit „Feuer“? Es kann sowohl ein Symbol für Liebe sein, als auch für Zerstörung.

Die Metapher (griech. meta phora: „Herantragen“ bzw. „Übertragung“) wird seit der Antike als verkürzter bildhafter Vergleich erklärt. Es geht aber weniger um ein rationales Vergleichen zweier Gegenstandsbereiche als vielmehr um das Zusammenbringen von Auseinanderliegendem in einem Bild.

Die Metapher ersetzt die eigentliche Vorstellung durch eine, die ihr ähnlich ist. So entsteht aus einer bloßen Folge von Gedanken der Flug der Gedanken und daraus, durch nochmalige Verkürzung, der Gedankenflug. Oder aus dem Himmel, der sich wie ein Zelt über uns spannt, das Himmelszelt. Durch dieses Übertragen der darzustellenden Welt auf eine bildliche Welt wird die Phantasie des Lesers angeregt.

Am besten kann man es wohl mit den Worten von Jürgen von Schneidt zusammenfassen, der in seinem Buch „Kurzgeschichten schreiben“ folgendes zu dem Thema anmerkt:
„… in dem Augenblick, wo ein Fremder, der Leser, sich diesem Text nähert, regen diese Sinnbilder Gedächtnis und Phantasie an, und Symbol wie Metapher öffnen Fenster, Türen, Tore in ganze Universen von Bedeutung. Jeder kann sich das herausnehmen, was er hineinzulegen bereit ist. Der Dichter setzt gewissermaßen nur die Samen in den Acker, ernten muß man selbst (schon wieder ein Symbol? Metapher?…)“

[Claudia Silberborth]
Erschienen in meiner Zeitschrift WortWelteN 03/1999

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Auf der Suche nach dem Stil

Posted by Wortman - 21. März 2008

Man schreibt nicht einfach, was man denkt, sondern muss seine Worte sorgsam wählen; und die Worte und Sätze, also den Stil, machen sich zuweilen selbstständig, sagen bald mehr und bald weniger, als der Schreibende von ihnen erwartet hatte. Niemals einen künstlichen Eigenstil basteln! Stil stellt sich von selbst ein, wenn man etwas zu sagen hat und es so zu sagen vermag, dass der Leser durch den sprachlichen Ausdruck die selbsterfühlten und erdachten Eindrücke miterleben kann.
Der Stil ist ein Mittel, und man sollte ihm nicht erlauben, zum Selbstzweck zu werden. Je sorgfältiger der Schriftsteller die auf ihn von außen anstürmenden Eindrücke aufnimmt, je strenger er sie bewertet und sondiert, je schärfer er die des Bedenkens werten Eindrücke nachdenkt und nach-erlebt, desto genauer wird er sie später auszudrücken vermögen, sie in die allein zutreffenden Wörter, Worte und Sätze umsetzen können, über den richtigen Stil verfügen. Mit anderen Worten: Der Stil wird bereits vom Eindruck und seiner inneren Verarbeitung bestimmt, und zwar entscheidend. Fehlen diese beiden Voraussetzungen, so bleiben die herrlichsten Worte leeres Gewäsch!
Stil wächst von selbst! Wenn man hört, dies oder jenes sei der typische Stil von Soundso, kann ein solcher Stil, eben weil er typisch ist, allzu leicht zu bloßem Geziere werden!
Der echte, nicht gezüchtete Stil entwickelt sich durch unablässiges Umwandeln sorgfältig beobachteter Eindrücke, folgerichtigen Durchdenkens, inneren Nacherlebens und beherrschten Vorstellungsvermögens in einem Ausdruck, der dem Beobachteten, Durchdachten, Nacherlebten und Vorgestellten ansitzt wie die Haut dem Körper!

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Zitate über das Schreiben…

Posted by Wortman - 21. März 2008

…von Romanen, Drehbüchern usw. Die erste Fassung ist immer Scheiße. Ernest Hemingway Schriftsteller und Drehbuchautor Der Autor ist der Priester des Unsichtbaren. Wallace Stevens Dichter und SchriftstellerMan kann nie genug über seine Figuren wissen. W. Somerset Maugham Schriftsteller Man beginnt nicht mit einem ästhetischen Manifest, man macht einfach, was machbar ist. E.L. Doctorow Schriftsteller und Drehbuchautor Die drei wichtigsten Aspekte des Drehbuchschreibens: Struktur, Struktur und Struktur. William Goldman Schriftsteller und Drehbuchautor Ich glaube mehr an die Schere als an den Stift. Truman Capote Schriftsteller und Drehbuchautor Charakter und Gedanke werden durch einen übermäßig brillanten Stil nur verschleiert. Aristoteles Am Schluss fühlt man sich leer, wie eine ausgetrocknete Muschel am Strand, die nur darauf wartet, dass das Wasser erneut steigt. Daphne du Maurier Schriftstellerin und Drehbuchautorin Jeder große Mann hat heutzutage seine Jünger, und es ist immer Judas, der seine Biographie schreibt. Oscar Wilde Dramatiker und Schriftsteller

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