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Posts Tagged ‘Christiane’

ABC-Etüden Schreibwoche 03.04.22

Posted by Wortman - 18. Januar 2022

Bei Christiane vom „Irgendwas-ist-immer“-Blog geht es auch 2022 weiter mit einer neuen Etüdenrunde.

Die Wortspende für die Textwochen 03/04 des Jahres 2022 stammt zum ersten Mal (hurra!) von Tanja mit ihrem Blog Stachelbeermond. Sie lautet:

Wackelpudding
unverdrossen
knistern.

.

Die Eltern saßen mit ihrem fast 16jährigen Sohn am Küchentisch. Während der Vater in die Tageszeitung vertieft war, stocherte der Junge weiter unverdrossen lustlos in seinem Essen herum.
Der Vater gab der Mutter ein Zeichen und legte langsam die Zeitung beiseite.
„Junior“, sprach er im ruhigen Ton. „Du wurdest adoptiert.“
Dem Jungen fiel die Gabel aus der Hand.
„Wie bitte?“
„Du hast schon richtig gehört. Du wurdest adoptiert.“
„Und das sagt ihr mir einfach so? Ohne Vorwarnung? Das hätte man auch anders machen können!“
Das spannungsgeladene Knistern im Raum konnte man förmlich hören. Der Mann schaute seinem Sohn direkt in die Augen.
„Mach nicht so ein Gesicht und seh zu, dass du deine Tasche packst.“
„Was soll das denn jetzt?“
„Ich sagte doch, du bist adoptiert. In 30 Minuten wirst du abgeholt!“
Mit diesen Worten stand er auf, ging zum Kühlschrasnk und holte einen Puddingbecher heraus.
Noch 30 Minuten, dachte er. Dann futtert mir niemand mehr meinen Wackelpudding weg!“

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ABC-Etüden Schreibwoche 01.02.22

Posted by Wortman - 7. Januar 2022

Bei Christiane vom „Irgendwas-ist-immer“-Blog geht es auch 2022 weiter mit einer neuen Etüdenrunde.

Die Wörter für die Textwochen 01/02 des Jahres 2022 stiftete Ludwig Zeidler. Sie lauten:

Hoffnungsschimmer
unverzeihlich
nähen.

.

Ihre Oma war schon toll gewesen. Mit viel Liebe und einer Menge Geduld hatte sie ihrer Enkelin beigebracht, wie man sauber und akurat nähen kann.
Das konnte die Frau auch gut gebrauchen. Mit viel Hingabe war sie schon eine halbe Stunde dabei, perfekte Nähte zu erstellen. Es wäre für sie unverzeihlich gewesen, nicht vernünftig zu arbeiten. Immerhin war das ein Hobby, das ihr Spaß machte.
Nachdem sie mit dem Nähen fertig war, alle Utensilien gereinigt sowie den Körper entsorgt hatte, zog sie ihre Jacke an. Sie nahm den großen Eimer in die Hand und machte sich auf den Weg.
Unterwegs tauchte ein Hoffnungsschimmer in ihren Gedanken auf: Vielleicht würden sie heute bei dem Blutspendetermin mal keine Fragen stellen.
Fragen wie zum Beispiel, woher das Blut käme, warum es so viel ist und weshalb es in einem Eimer gefüllt wurde…

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ABC-Etüden Schreibwoche 46.47.21

Posted by Wortman - 19. November 2021

Bei Christiane vom „Irgendwas-ist-immer“-Blog geht es auch 2021 weiter mit einer neuen Etüdenrunde.

Die Wörter für die Textwochen 46/47 des Schreibjahres 2021 stiftete Heidi mit ihrem Blog Erinnerungswerkstatt. Sie lauten:

Museum
biografisch
erinnern.

.

In einem kleinem Museum am Rande dieser Stadt.
Dort hängt es.
Das besondere Bild.
Jeder der das Gemälde anschaut, sieht eine Frau mit weißblonden Haaren auf einer Bank sitzen. Davor kniet ein Ritter in schwarzer Rüstung und streckt ihr seine Hand entgegen.
Romantisch würde man es vielleicht betiteln und sich fragen, ob dieser Ritter mit Schwert und Rüstung zurückgekommen ist oder Abschied nimmt.
Feinheiten in dem Bild zeigen, dass die Frau ein glückliches Gesicht macht. Dafür muss der Besucher aber genau hinschauen.
Es ist ein Wiedersehen.
Jedes Woche sitze ich hier, schaue auf das Gemälde und meine Seele kann sich erinnern.

„Fragend seht ihr mich hier sitzen. Kann es denn sein, euch, meinen Ritter, hier wiederzufinden? Atme ich den euren Duft wieder, so wie einst vor tausend Jahren? Hält mich euer Geist hier in diesem Garten gefesselt? Seid ihr es?“
„Seht… ich bin durch die Dunkelheit der Welt gereist, durch die tiefsten aller Abgründe, um nun an eurer Seite zu stehen und euch in dieser Welt zu beschützen.“
„Aber ihr scheint mir zorniger, ungeduldiger, unstet geworden zu sein, in all den Jahrhunderten der Entbehrung. Warum nur?“
„Viel hab ich erlebt und getan in den Jahrhunderten unserer Trennung. Es blieb nicht ohne Spuren. Gesucht habe ich euch, denn der Tod hat auch eine sanfte Seite. Dort steht ihr und habt gewartet, all die Jahrhunderte.“
„Kann mein zartes Wesen das eure ein wenig besänftigen, mein Ritter? Können meine Hände Ruhe unter eure Haut zaubern? Kann meine Stimme eure Seele noch zum Schwingen bringen, so wie einst?“
„Der Zauber eurer Erscheinung, die Sanftheit eurer Hände vermag Wunder vollbringen. Ihr seit das Wort und das Gefühl. Ich bin die Dunkelheit die euch umgibt und beschützt.“

Ja, ich könnte noch viel mehr erzählen. Ihr glaubt, ich habe eine wunderbare Fantasie, nur weil ich dieses Bild betrachte? Nein, diese Erinnerung, diese Worte sind biografisch. Wir sind unsterblich und heute suche ich sie wieder in den Zeitaltern, die noch kommen.

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ABC-Etüden Schreibwoche 44.45.21

Posted by Wortman - 4. November 2021

Bei Christiane vom „Irgendwas-ist-immer“-Blog geht es auch 2021 weiter mit einer neuen Etüdenrunde.

Die Wörter für die Textwochen 44/45 des Schreibjahres 2021 stiftete Christian mit seinem Blog wortverdreher. Sie lauten:

Kürbis
kitzlig
krakeln.

.

In vier Wochen hatte der Killer insgesamt fünf Menschen getötet. Er ging dabei sehr brutal und perfide vor. Die Opfer wurden geköpft und aufrecht an Wänden, Pfählen oder Bäumen hingesetzt. Danach setzte er ihnen einen ausgehöhlten Kürbis auf  in dem eine große Kerze brannte. Die Arme wurden auf den Oberschenkel gelegt und die hände dienten als Stütze für den abgeschnittenen Kopf. Der schaute zum Kürbis auf. Der Kommissar hatte diesen Aufbau mit „schau dir mein Kunstwerk an“ kommentiert.
Dieser Serienkiller schien sehr geplant vorzugehen. Solch eine Inszenierung brauchte Zeit und er musste sich sicher sein, dass die Ecken, wo er seine Opfer in der Nacht hinsetzte, kaum oder gar nicht frequentiert wurden.
Ein Schema hatte der Kommissar bei den Morden entdecken können. Der Serienkiller zählte rückwärts. Wenn der Abstand der Morde kein Zufall war, musste in drei Tagen das nächste Opfer sterben. Drei Tage waren nicht wirklich beruhigend, da man nicht wirklich voraussagen konnte, wo er als nächstes zuschlägt. Die Orte, wo die Opfer zuletzt gesehen wurden, schienen kein Muster aufzuweisen.
Der Kommissar war hin und her gerissen, da seine Vorgesetzten verlangten, dass er diverse Lockvögel einsetzen sollte. Er mochte diese Art der Verbrecherjagd nicht, da er mit den Jahren schon zwei Freunde und Kollegen verloren hatte. Solche Aktionen waren immer kitzlig, da sie nie perfekt vorgeplant werden konnten. Man musste immer mit Unwägbarkeiten rechnen.
Letztendlich blieb ihm nichts anderes übrig, als seine Unterschrift unter den Einsatzbefehl zu krakeln.

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