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Posts Tagged ‘Fragmente’

Die geheimnisvolle Insel Teil 3

Posted by Wortman - 1. Juli 2020

Johns Gedanken wirbelten durcheinander. Er hatte schon viel gesehen aber so etwas noch nicht.
„Sag mir, was ist das oder was macht es?“
„Das ist der Tod!“, antworte der alte Mann. „Es krabbelt in dich hinein und dann verwandelt es dich in eine seelenlose Kreatur ohne Gehirn.“
Seelenlose Kreatur. Der Gedanke gefiel John. Der Schwarze Herzog als Opfer seiner selbst. Das dürfte dem Captain sicherlich auch gefallen.
„Erzähl weiter Alter. Ich höre dir zu.“
Kat war etwas vom Tisch abgerückt. Sie fürchtete, da könnte noch etwas auf dem Tisch sein.
Während der Seemann John seine Geschichte erzählte, wurde Kat von lauten Stimmen abgelenkt, die durch die Tür ins Innere der Spelunke drangen.
„Ausschwärmen!“, hörte sie den Befehl, „und schaut euch die Leute genau an!“
Eine Sekunde später wurde die Kneipentür aufgestoßen und drei Marinesoldaten betraten den Schankraum. Zwei Männer niederen Rangs und ein Offizier. Kat glitt geschmeidig von ihrem Stuhl und krabbelte unter den Tisch. Unheilvolle Stille trat ein.
„Wir suchen einen Deserteur, John DeMoor, kennt ihn jemand oder weiß wo er sich aufhält?“
Kat war einerseits erleichtert, weil sie befürchtete, die gesuchte Person zu sein, andererseits schlug ihr Herz bis zum Hals. Normalerweise verriet kein Pirat einen anderen, doch man konnte nie wissen, wenn das Kopfgeld hoch genug war, wurde so manche arme Schlucker schwach.
„Wer uns einen Hinweis zur Ergreifung des Fahnenflüchtigen gibt, kann mit einer Belohnung von 20 Golddublonen rechnen!“, verkündete der Offizier.
Ein Raunen ging durch die Kneipe.
Einige Männer riefen den Soldaten Beleidigungen zu. John schaute sich vorsichtig um. Ein paar der Männer kannten ihn. Zu ihnen hielt er Blickkontakt.
Der Offizier schaute sich die Männer an und hielt in einer Hand einen Steckbrief. Plötzlich zog er seine Pistole und zielte genau auf Johns Tisch. Einige Männer sprangen von den Tischen auf.
„Hey, komm unter dem Tisch hervor. Ich will dein Gesicht sehen!“
Kat blickte verstört zu John.
„Wird`s bald? Oder muss ich dich wie einen Köter einfach erschießen?“
Kat krabbelte unter dem Tisch hervor. Der Offizier und einer der Soldaten kamen auf sie zu. Der Offizier griff ihren Arm und musterte sie genau. Ihr Herz schlug wild.
„Milchbubis, die sich unter Tischen verstecken gehören nicht in solche Spelunken! Kennst du den Mann?“. Mit den Worten hielt er Kat den Steckbrief entgegen. Auf dem Blatt war ein Mann ohne Bart abgebildet.
„Nein!“, sagte sie.
Der Soldat taxierte John mit seinem Blick.
Kat zuckte mit den Schultern und schüttelte den Kopf.
„Nee, so feine Pinkel treiben sich nicht an Orten wie diesen herum.“
Der Offizier beugte sich zu ihr herunter und blickte ihr direkt ins Gesicht.
„Wie alt bist du, Bengel? Du hast ja nicht mal einen Bart.“
„Sechzehn“, erwiderte Kat trotzig, „besser auf einem Schiff arbeiten, als im Waisenhaus verhungern.“
„Du bist ziemlich frech“, der Offizier zerrte Kat hinter sich her, „wir nehmen den Bengel mit.“
John, der bis dahin abgewartet hatte, bewegte sich. Kat sah, dass seine Hand an den Knauf seines Degens griff. Sie warf ihm einen warnenden Blick zu.
„Halt“, ertönte eine krächzende Stimme, „der Junge gehört zu mir.“
Der alte Seemann sah den Offizier herausfordernd an.
„Zu dir, Halpin?! Dass ich nicht lache!“ Der Soldat ließ ein unangenehmes Gelächter hören. „Wann willst du den gezeugt haben?“
Der Alte ließ sich nicht provozieren.
„Der Sohn meiner Nichte“, log er seelenruhig, „sie hat ihn geschickt, um mich heil nach Hause zu bringen.“
Der Offizier wollte seinem Zweifel Ausdruck geben, aber als er dem Alten in die Augen blickte, vergaß er, was er hatte sagen wollen.
„Dann los Junge, bring den alten Halpin nach Hause.“
Halpin und John erhoben sich und gingen in Richtung Tür. Einer der Soldaten fixierte John immer noch. Er wurde das Gefühl nicht los, die Strecke bis zur Tür könnte sehr lang werden. Als sie die Tür erreichten ging der Soldat zum Offizier und schien ihm etwas mitzuteilen. Halpin öffnete die Tür und alle drei standen auf der dunklen Gasse.
„Hier entlang“, sagte John und deutete nach rechts.
Gerade als sie um die Hausecke bogen, hören sie ein „Halt! Stehen bleiben!“
„Los rennt“, rief John.

© Caroline Susemihl / T.R. aka Wortman

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Die geheimnisvolle Insel Teil 2

Posted by Wortman - 30. Juni 2020

Kat war nicht wohl. Wenn John so gelassen war, stand meistens ein Sturm bevor. Sie kannte ihn gut und nahm jede seiner Stimmungen auf. So konnte Kat sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Sie rutschte ein Stück von ihm weg.
„Diese Geschichte habe ich schon zig Mal gehört! Das ist das dumme Geschwätz eines alten Halunken“.
Die Schärfe in Johns Stimme hätte einen Stein in zwei Teile geschnitten.
„Reg dich ab Junge“, antwortete der alte Mann. „Glaubst du etwa, ich erzähle dir eine tolle Geschichte über einen Piratenschatz oder über eine spanische Galeone voller Gold? Wenn ja, steh auf und geh. Dann sind wir fertig miteinander.“
Der Blick des Alten verriet John, dass er es ernst meinte. Er blickte zu seiner Begleitung. „Kannst ruhig wieder näher kommen, Bursche.
Der Greis nahm einen weiteren Schluck Wein.
„Mit dem Blick auf diese Karte fing das Unglück an. Sie zeigte eine Insel, auf der etwas Böses sein musste. Totenköpfe waren um die Insel herum aufgemalt.“
Der Quartiermeister grübelte. Er hatte noch nie davon gehört, dass es solche Verzierungen auf Karten gab. Geschweige denn, jemals solch eine Karte gesehen zu haben.
Andererseits konnte das Ganze auch ein böser Scherz sein. John wusste, dass der Schwarze Herzog seine Leute überall hatte. Er war einer der übelsten Burschen, die auf den sieben Weltmeeren unterwegs waren. Er kannte keine Ehre, noch folgte er dem alten Gesetz der Piraten. Der schwarze Herzog nagelte selbst die eigenen Leute die Masten, wenn es ihm einen Vorteil brachte. Kapitän Bolger hatte John zur Vorsicht gemahnt, sich nicht in die Irre führen zu lassen. Er brauchte Gewissheit. Wenn der Alte recht hatte, gab es ein geheimes Zeichen auf der Karte.
„Nenne mir einen Grund, warum ich dir glauben sollte“, sagte John und beugte sich drohend zu dem Alten hin.
Der alte Mann lehnte sich zurück und griff in die Seitentasche seiner Jacke. Ein kleiner Beutel, vielleicht halb so groß wie seine Hand kam zum Vorschein.
„Was soll das werden?“, fragte John wieder in einem etwas schärferen Ton.
Der Alte öffnete den Beutel und kippte den Inhalt auf den Tisch. Es war ein violett farbenes kleines Gebilde. Es schien aus hunderten winzig kleiner Kügelchen zu bestehen. John stand auf, stützte seine Hände auf die Tischkante.
„Soll ich dich gleich erstechen, dass du mich hier verarscht? Was soll das werden?“
Als John dieses Haufen Kügelchen greifen wollte, fing es an sich zu bewegen.
„Verdammt, was ist das?“
Das Gebilde rollte über den Tisch, in dem sich alle Kügelchen bewegten und sich immer neu anordneten. Kat starrte das „Ding“ fasziniert an, das direkt auf sie zugerollt kam. Sie hielt den Atem an. In dem Moment, als das Gebilde vor ihr zum Stehen kam, machte John eine schnelle Bewegung und zog sie weg.
In der gleichen Sekunde warf der Alte den Beutel über dieses Ding, drückte es hinein und verschloss ihn wieder.
„Brauchst du noch mehr Beweise? Das habe ich von der Insel mitgebracht. Im Dunkeln bewegt es sich nicht.“

© Caroline Susemihl / T.R. aka Wortman

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Die geheimnisvolle Insel Teil 1

Posted by Wortman - 29. Juni 2020

1
Seemannsgarn

Der alte Mann lehnte sich über den Tisch, packte John am Kragen seiner Jacke. Der verzog angewidert das Gesicht, als er den schlechten Atem des Alten roch. In dessen eben noch ausdruckslos vor sich hin starrenden Augen glomm jetzt ein wildes Feuer.
„Und es ist doch wahr! Ihr mögt über mich spotten, mich für irre halten! Ich war da und habe es gesehen! Fahrt nur hin und seht selbst! Euch wird es so gehen, wie all den anderen, die mit mir dort waren! Ihr werde elendig zu Grunde gehen.“
„Alter Mann, wir werden schon auf uns aufpassen. Da sei unbesorgt!“
Der Alte ließ John los, setzte sich wieder hin und nahm einen großen Schluck aus seinem Bierkrug.
„Das haben sie alle vorher gesagt und sie haben es teuer bezahlt!“
„Erzähl mir etwas darüber. Ohne ein paar gute Fakten werde ich den Captain nicht überzeugen können, in See zu stechen.“
Jäh sank der Greis auf der Holzbank zurück, schloss die Augen. Kat hielt ihn für tot. Kein Anzeichen von Leben war an ihm zu erkennen.
„Du hast ihn umgebracht“, flüsterte sie John ärgerlich ins Ohr.
„Blödsinn“, knurrte er.
Kat beugte sich vor und musterte den Mann aufmerksam. In dem Moment riss der Alte die Augen auf. Erschrocken zuckte sie zurück und warf beinahe ihr Glas um. Er zischte:
„Gebt mir eine Flasche Roten aus und ich erzähle euch die ganze elende Geschichte.“
John gab der Wirtin einen Wink und rief:
„Zwei Flaschen vom besten Roten den eure Spelunke zu bieten hat! Außerdem drei Portionen Braten und Kartoffeln!“
Nachdem die Wirtin das Essen und die Flaschen gebracht und John das Geld abgenommen hatte, stürzte sich der Alte erst einmal auf das Essen.
„Deine Begleitung ist ein ziemliches Milchgesicht!“
Johns Begleitung riss die Augen auf, sagte aber keinen Ton.
„Also, nimm einen ordentlichen Schluck Roten und fang an zu erzählen. Ich habe nicht die ganze Nacht Zeit, Alter.“
Kats Herz schlug bis zum Hals. Bis dahin hatte niemand bemerkt, wer sie wirklich war. Alle hielten sie für einen Küchenjungen, der aus einem Waisenhaus entlaufen war und das sollte auch so bleiben. Kat war heilfroh, dass der alte Mann begann seine Geschichte zu erzählen und John von einer näheren Betrachtung ihre Hautfarbe abhielt.
„Es ist viele Jahre her, als ich auf einem Schiff anheuerte, dass nur noch von etwas Pech, daumendicken Nägeln und dicken Seilen zusammengehalten wurde“, krächzte er.
Der alte Mann beschrieb erst einmal den alten Kahn. Währenddessen beobachtete Kat ihren Begleiter. Sie fürchtete, er könnte vielleicht Verdacht schöpfen, dass mit dem Schiffsjungen etwas nicht stimmen könnte. John war der Quartiermeister der Farragut. Auf ihn hörte die Besatzung.
John raunzte den Greis an: „Hör auf zu schwafeln und fang mit deiner Geschichte an.“
Der Alte hatte es nicht eilig. Er kratze sich ausgiebig den ungepflegten Bart, nahm noch einen langen Zug von dem sauren Rotwein, dann biss er, mit den wenigen braunen Zähnen in seinem Gaumen, ein Stück Kautabak von einem kleinen Klumpen ab und schob es in die Backe.
„Vielleicht gibt dir das einen Anreiz?“, sagte John ungeduldig und hielt dem Alten eine Dublone vor die Nase. Kat war erstaunt. John war gehalten sparsam mit den Mitteln des Kapitäns umzugehen. Er ließ sich nie zu schnellen Geldausgaben verleiten.
Der Greis zog eine Augenbraue hoch und räusperte sich.„Nachdem wir Ladung aufgenommen hatten, liefen wir von Port Royal aus nach Britannien. Nach einer Woche sahen wir backbord voraus ein kleines Floss. Wir ließen ein Boot zu Wasser und ich ruderte mit zwei anderen Männern zu dem Floss. Der Tote darauf war schon ziemlich ausgetrocknet. Um den Hals hatte er eine Dose die er noch mit einer Hand umklammert hielt. Darin fand ich eine Karte.“
Der Alte nahm wieder einen Schluck von dem Wein.
John schüttelte den Kopf und steckte die Dublone wieder in die Tasche.
„Du glaubst doch nicht, dass ich dir diesen Hokuspokus glaube“, sagte er ruhig.

© Caroline Susemihl / T.R. aka Wortman

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Neuer Trash

Posted by Wortman - 23. Mai 2016

Herr Zwackelmann hat eine neue Trashstory zum Besten gegeben.

Hinter dem Moddersumpf wohnt Flagga. Er hat am Maul große Beisszangen und auch zwei Arme mit Greifzangen wie ein Hummer.
Er hat einen Rotor auf dem Rücken damit er weitere Strecken fliegen kann.
Flagga isst gerne Spinnen, Kieferzapfen, Erdnüsse und trinkt am liebsten sprudeliges Ungeheuerwasser.
Feuer spucken kann er auch.
Seine besten Freunde sind die Oachkatzl.

Anm.: Ich liebe die Fantasie von meinem Junior. Er hat auch gleich ein Modell zu Flagga gebaut.

Bild: T.R. aka Wortman

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