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Posts Tagged ‘Rezension’

Premiere der Teufelsbraut

Posted by Wortman - 10. Oktober 2009

Gestern war ja die  ersehnte Premiere der „Teufelsbraut“, dem neuen Stück der Laienbühne Freising e.V.

Das Licht ging aus, Musik setzte ein, unter dem Vorhang quoll Rauch hervor, das war der Auftakt zu einem im wahrsten Sinne „teuflisch guten“ Theaterstück.

Glänzende schauspielerische Leistungen, eindrucksvolle Masken und Kostüme und viele Angriffe auf die Lachmuskeln, so kann man den Abend zusammenfassen. Die hervorragenden Bühnenbilder waren der perfekte Hintergrund für diese höchst vergnügliche Reise in die Unterwelt. Pyrotechnische Effekte unterstrichen die „höllische“ Atmosphäre.

Die Regisseurin und die Akteure auf und hinter der Bühne haben hier ein Stück geschaffen, welches das Potenzial zu einem Selbstläufer hat. Es könnte vielleicht sogar noch erfolgreicher werden als das Stück aus der Saison 2008.

T.R. aka Wortman

Wer sich gerne einen Überblick verschaffen möchte, kann sich hier wunderbare Bilder der Aufführung ansehen: Klick mich.

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Open Air: Die Zauberflöte

Posted by Wortman - 16. August 2009

Ein sehr junges Ensemble präsentierte gestern Abend auf der Burg Trausnitz die Oper „Die Zauberflöte“ von W. A. Mozart. Zu den Klängen der Ouvertüre hatte zunächst ein Äquilibristik-Duo einen recht beeindruckenden Auftritt. Der Jongleur, der gleichzeitig auftrat, wirkte dagegen völlig fehl am Platz.
Dann folgte der erste Auftritt des Prinzen Tamino. Dabei kämpft er gegen eine Schlange, bildhaft dargestellt durch eine sehr gute Tuchakrobatin. Leider kämpfte er auch mit den Tönen. Er wird dann gerettet durch 3 Damen und die Ohren der Zuschauer durch einen sehr gelungenen Auftritt der drei jungen Sängerinnen. Eine nette Idee war es, den gesanglich und schauspielerisch sehr guten Papageno zuerst im Zuschauerraum auftreten zu lassen, wo er auch seine erste Arie sang. Nachdem der Tamino gnadenlos die wunderschöne Arie „Das Bildnis ist bezaubernd schön“ in den Sand gesetzt hatte, kam der erste Auftritt der Königin der Nacht, die eindrucksvoll bewies, dass sie ein echter Koloratursopran ist. Auch die Pamina überzeugte durch eine tolle Darbietung. Der Mohr Monostatos sollte dringend etwas gegen seine extrem feuchte Aussprache unternehmen und auch gesanglich konnte er nicht überzeugen, dafür war seine schauspielerische Leistung aber wirklich gut. Fehlt noch Sarastro. Dessen Darbietung kann man als durchwachsen bezeichnen. Man merkte leider immer wieder, dass er die tiefen Töne einfach nicht schaffte, obwohl er ein wirklich guter Sänger ist, aber eben kein echter Bass. Die drei Knaben, dargestellt durch drei Frauen, waren, bis auf eine Ausnahme, recht durchschnittlich. Einige Chormitglieder wirkten bei ihren Auftritten regelrecht gelangweilt. Die Papagena kann leider nur schauspielerisch beurteilt werden (war gut), da ihre einzige Arie aus unerfindlichen Gründen unter den Tisch fiel. So wie auch der letzte Auftritt der Königin der Nacht. Zur Ehrenrettung des Tamino sei noch gesagt, dass er sich im Laufe der Aufführung noch etwas steigerte. Trotzdem hat er noch viel zu lernen.
Im Großen und Ganzen war es eine gelungene Inszenierung, die sich durch ihre klassische Ausstattung wohltuend von den modernen, minimalistischen Inszenierungen abhebt und gezeigt hat, dass es durchaus hoffnungsvollen Opernnachwuchs in Deutschland gibt.

Ein einziges Desaster war dagegen die Organisation, woran aber nicht nur die Organisatoren Schuld tragen, sondern auch die Stadt Landshut, die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung und vermutlich der Besitzer der ehemaligen Stallungsgebäude auf dem Burggelände. Auf Nachfragen bei der Verwaltung der Burg und der Touristinfo der Stadt Landshut erhält man die Auskunft, dass die Parkmöglichkeiten auf der Burg sehr begrenzt sind und dass es keinen Shuttle-Service vom Hauptparkplatz auf den Berg gibt. Also fährt man sehr früh los, um einen Parkplatz zu ergattern, was auch geklappt hat. Der Weg zum eigentlichen Veranstaltungsort war leider überhaupt nicht ausgeschildert. Als wir ihn dann glücklich gefunden hatten, mussten wir noch warten, da erst um 19 Uhr Einlass war. Die Plätze waren schnell gefunden (andere hatten da weniger Glück) und dann möchte man ja gerne noch was trinken, bevor die Vorstellung beginnt. Tja, ging aber leider nicht, es sei denn, man hätte Lust gehabt, zur Burgschänke zu gehen, was hin und zurück ca. 30 Minuten gedauert hätte. Denn der direktere Weg war von einem sehr unfreundlichen Wachmann abgesperrt und Catering gab es nicht. Auf Nachfragen stellte sich heraus, dass die Veranstalter ihre eigenen Catering-Service haben, aber dass der Vermieter des Geländes nicht erlaubt hat, dass die Wagen nach oben gebracht werden. Ebenso stellte der Transport der Bühne, der Technik etc. ein Problem dar, da alles mit VW-Bussen transportiert werden musste. Da fragt man sich aber schon, warum solche Fragen nicht bei der Anmietung des Veranstaltungsorts abgeklärt wurden. Auch fragt man sich, wo die angekündigten pyrotechnischen Effekte, das Abschlussfeuerwerk und die echten Tauben blieben. Wurden die auch nicht genehmigt? Vielleicht wurden ja auch die beiden fehlenden Arien verboten? Das klingt für mich alles nach einer ziemlichen Verarschung des zahlenden Publikums. Der Rückweg zum Parkplatz war dann auch noch recht abenteuerlich. Die Beleuchtung war größtenteils nicht vorhanden bzw. recht dürftig. Wenn irgendwo zu erfahren gewesen wäre, dass der Weg zur Veranstaltung durch den Hofgarten führt und kaum beleuchtet ist, hätte man ja eine Taschenlampe mitgenommen. Aber außer den Preisen für die Karten waren ja keinerlei Informationen zu bekommen. Und dann kommt man zum Parkplatz und was steht da? Shuttle-Busse, die völlig leer in Richtung Stadt fuhren, was natürlich daran liegen könnte, dass kein Mensch von deren Existenz wusste. Stattdessen gab es ein Riesenchaos auf dem völlig überfüllten Parkplatz. Abschließend kann man sagen, dass man Veranstaltungen der „Lux concerts GmbH“ besser meiden sollte, denn im Endeffekt ist der Veranstalter dafür verantwortlich, schon im Vorfeld für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen.

© 2009 S. F.

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